Sevilla – die Hauptstadt der Tapas

Sevilla – die Hauptstadt der Tapas

Sevilla erwartet uns mit königlichem Wetter


Plötzlich lichtet sich der Himmel, wird klar und strahlt im schönsten Blau. Nun kann ich einen ersten Blick auf Sevilla erhaschen. Die letzten zweieinhalb Stunden flogen wir über eine geschlossenen Wolkendecke und uns verließ schon fast die Hoffnung, dass sich das Wetter wie erwartet zeigen wird.

Heute Morgen – 3:00 Uhr – klingelte der Wecker und um 4:00 Uhr ging es los. Meine Schwägerin war in unser Überraschungsgeschenk eingeweiht und so kam sie, zusammen mit meinem kleinen Bruder, und holte uns ab. Sie hatte ihm die Augen verbunden und wir stiegen kommentarlos ins Auto ein und schwiegen die folgende Stunde Autofahrt bis zum Flughafen.

Unsere Überraschung ist geglückt und so steigen wir nun bei strahlendem Sonnenschein und 15°C Grad aus dem Flieger in Sevilla aus. Es ist jetzt etwa halb Elf.

Weiterreise mit dem Bus

Mit den Koffern bepackt geht es raus aus dem Flughafengebäude und an die nächste Bushaltestelle. Von hier aus soll es mit dem Bus in die City gehen. Pro Fahrt und Person kannst du für 4,- Euro bis zur Endstation Armas fahren. Schau mal auf diese Seite, da kannst du gut erkennen welche Stationen angefahren werden. Dank Google Maps konnte ich schon vor der Reise den Standort des Hotels orten und den Fußweg zur nächstgelegenen Haltestelle ausspähen. Raik führt uns nun mit seiner Handy-App Here querfeldein durch den Park und eine halbe Stunde später stehen wir am Eingang unseres Apartamentos. Eine süße, kleine in hellblau gehaltene Ferienwohnung erwartet uns. Keine 5 Minuten von den wichtigsten Sehenswürdigkeiten entfernt – im Ortsteil Santa Cruz.

 

Stadtrundgang – Teil I

Kaum angekommen, wollen wir auch schon wieder los. Wir haben schließlich nur eineinhalb Tage Zeit und diese wollen sinnvoll genutzt werden. Vorbei am Hospital los Venerables wollen wir unseren Hunger stillen und genießen unserer Essen bei La Cueva. Der Garten des Alcázarkomplexes – Patio de Banderas – gibt den ersten Blick auf das ehemalige Minarett frei. Umgeben von einer Orangenbaumallee hast du eine gigantische Aussicht darauf. Wir gehen durch das Tor hindurch und haben plötzlichen den Blick auf das ganze Gebäude. Es herrscht reger Betrieb und doch bin ich erstaunt wie wenig los ist. Kaum vorzustellen wie sich in ein, zwei Monaten die Menschenmassen durch die Gassen schieben. Mediterraner Flair liegt in der Luft. An jeder Ecke eine kleine Bar mit Tapas oder Schleckereien.

Wir lassen das Gebäude rechts liegen und weiter geht es in Richtung Fluss. Es geht vorbei am Hispalis-Brunnen und zahlreichen historischen Gebäuden. Immer wieder stelle ich mir die Frage, wie man das zum Zeitpunkt der Erbauung handwerklich ohne großes Werkzeug erschaffen konnte. Wir folgen dem Weg am Wasser entlang und kommen am Torre del Oro vorbei. Überall sitzen Menschen am Ufer und strecken ihre blassen Gesichter der lang ersehnten Sonne entgegen. Die Temperaturen steigen im Tagesverlauf an.

Vor der Brücke Isabell II schlagen wir unseren Weg wieder Richtung Altstadt ein. Ein ocker-rot angemaltes Gesicht lächelt mich an. Es ist die Stierkampfarena. Von Außen lässt sich erahnen, dass das Gebäude von innen bestimmt sehr schön ist, doch mein Tierschutzgedanke verbietet es mir, mit dem Eintrittsobolus finanzielle Unterstützung zu leisten.

Wir ziehen es vor, durch die kleinen Gassen zu schlendern und hier und da einen Blick ins Schaufenster zu werfen. Ups, aus einem Blick wurden zwei Blusen und mit voll gepackter Tüte suchen wir nun eine Eisdiele. Mit langen Gesichtern und einem gruseligen Eis aus dem Cafe La Ibense, schlendern wir weiter entlang der Straßenbahnlinie. Wir kommen an mehreren Eisdielen vorbei, die um ein vielfaches attraktiver sind, bis Raik nicht mehr an sich halten kann, sein Eis wegwirft und ein Neues in der Eisdiele La abuela kauft. Ich probiere und fließe fast dahin, so lecker ist es.

 

Kurz Energie tanken, bevor es weiter geht

Nach einem kurzen Nickerchen, geht es zur Fototour an den Plaza de España. Das Gebäude ist bei unserer Ankunft schon in einen leicht goldenen Ton getaucht und versprüht etwas magisches. Mit diesem riesigen Partyzelt mitten auf dem Vorplatz haben wir allerdings nicht gerechnet. So suchen wir uns andere Motive. Die Handläufe der Brücken sind mit winzigen Motivfliesen verziert. Ein perfekter, romantischer Ort für all die verliebten Pärchen die ein Selfie nach dem anderen schießen. Mit kleinen Booten kann man auf dem künstlich angelegten Kanal den Platz umpaddeln.

Wie immer beim Fotografieren vergessen wir die Zeit und als es dunkel ist, beschließen wir etwas Essen zu gehen. Wir landen im Patanchón, einer kleinen Tapas-Eck-Bar. Obwohl wir alle nicht draußen sitzen wollten, wärmt uns nun der Deckenheizer wunderbar. Wir sitzen windgeschützt und genießen unser Essen. Im Minutentakt verlässt ein kleines Schälchen den Tisch und ein Anderes folgt. So haben wir fast die komplette Speisekarte von oben nach unten durchprobiert.

 Stadtrundgang Teil II

Nach dem Frühstück im Vinela Tapas Y Vinos folgt ein neuer und aufregender Tag. In Deutschland habe ich die Körperwelten-Ausstellung von Gunther von Hagens besucht. Diese hat mich so fasziniert, dass ich sofort wusste, ich möchte auch die Ausstellung mit den plastinierten Tieren sehen. So war klar, dass der Besuch von Sevilla auch gleichzeitig bedeutet, das Casino de la Exposición zu besuchen. Ein tolles Erlebnis, was auch meine Mitreisenden beeindruckt. Da das Fotografieren nur für den Privatgebrauch erlaubt ist, muss ich mich mit Bildern kurz halten.

Nachdem es nun fast Mittag ist, muss ein kleiner Snack her. Wir erkunden das Stadtviertel Triana auf der Suche nach dem Markt und kommen an dieser einladenden Bäckerei vorbei. Nein, ich muss mich korrigieren, wir kommen nicht vorbei, sondern hinein. Drinnen erwartet uns ein ganz besonderer Flair. Alte Backmaschinen dienen zur Dekoration, die Wände sind mit bemalten Fliesen verziert und die Dame hinter der Theke lässt ihren spanischen Charme durch den Raum schweben. Hier müssen wir einen Café Espresso trinken und etwas naschen.

Weiter geht unsere Tour durch die kleinen Gassen. Irgendwo muss doch dieser Markt sein. Ganz versteckt tut sich eine Tür auf und da stehen wir nun im Treiben des Handels. Überall liegen Früchte und Gemüse in den Auslagen.

Fischaugen starren mich an und es duftet nach frisch abgepackten Gewürzen. Raik und ich sind in unserem Element. Kurzerhand beschließen wir uns in der Bar am Ende des Ganges was Richtiges zu Essen zu bestellen. Das eben war nur was für den holen Zahn, wenn auch lecker.

Vor Schande versinkend, weil wir kein Spanisch können, versuchen wir auf italienisch zu bestellen. Prompt werden wir auf Deutsch verbessert, dass das was wir da sagen doch italienisch und kein spanisch sei. Peinlich, aber besser als auf deutsch zu bestellen, so dachten wir. Nach einem mehr als üppigen Snack geht unsere Reise weiter und zurück auf die andere Uferseite, um uns einem kurzen Shoppingwahn auszusetzen. Der Spuk war in einer Stunde vorbei und so gönnen wir uns nochmal das leckere Eis von gestern.

Kleiner Tip: Wenn du es gewöhnt bist in Deutschland mehrere Kugeln Eis zu bestellen, dann solltest du auf einen Pappbecher zurückgreifen. Die Spanier kennen es nicht auf einer Waffel mehrere Bällchen zu balancieren. 

Neuer Abend – neues Fotoglück

Den Sonnenuntergang wollen wir heute Abend am Metropol Parasol anschauen und auf Bild bannen. Wir sind etwas spät dran und müssen auch noch in einer Schlange etwa 20 Minuten für den Fahrstuhl anstehen. Oben angekommen ist die Sonne auch schon hinter dem Horizont verschwunden. Der Himmel färbt sich langsam ein und gibt eine tolle Abendstimmung.

Im Anschluss wollen wir – bevor wir schon wieder etwas Essen gehen – in die älteste Tapes-Bar Sevillas. Dort trifft sich jeder, um einen Aperitif in Form eines Sherry zu sich zu nehmen. Dazu natürlich ein, zwei Happen. Irgendwie bekomme ich das Gefühl nicht los, dass mein Magen in den letzten beiden Tagen so gar nicht zur Ruhe kommt. Kannst du dir das erklären? Hihi.

Also gut und wo wollen wir nun so richtig Essen gehen? So was für erwachsene Menschen? Wir landen unweit des Restaurants von gestern. Tier scheint hier die Devise zu sein. Die Tafeln an der Außenfassade verraten, dass Einiges davon auf der Karte steht. Da wir nun so ziemlich alle Tapas probiert haben, lassen wir uns ein Steak vom Iberico-Schwein bringen. Dazu die absolute Low-Carber-Ausnahme, Pommes.

Auch dieser Urlaub geht wieder zu Ende

Der nächste Morgen beginnt früh, denn der Abschied von dieser süßen Stadt steht uns bevor. Bereits jetzt gruselt es mir schon vor Deutschland und dem eisigen Wetter. Die letzten beiden Tage waren für Februar und 20-22° Grad traumhaft warm. Es ist viertel nach Sieben, wir checken aus und wollen in einer Bar noch etwas Frühstücken. Leider hat die Bar unseres Hotels noch nicht auf. Wir müssen feststellen, dass die Spanier sehr spät auf die Straße gehen. So folgt die Abreise mit dem Bus zum Flughafen. Wir beschließen dort zu frühstücken. Zwei Cappuccino, zwei Orangensaft, ein Croissant, ein belegtes Brötchen und ein Joghurt für 17,30.-€. Naja, mehr dürfen sie nicht verlangen.

Wir verlassen Sevilla nun mit einem weinenden Auge und sind sicher, dass wir wieder zurückkommen werden.

Unterkunft – südländisches Flair empfängt mich

Da wir sehr kurzfristig im Januar gebucht haben, war die Auswahl an bezahlbaren und zentral gelegenen Unterkünften sehr eingeschränkt. Mit etwas Glück konnte ich ein Doppelzimmer und eine Ferienwohnung bei Apartamentos Suites Santa Cruz ergattern. Unser Apartamento war in hellblau gehüllt und versprühte spanischen Charme. Total süß, obwohl es etwas abgewohnt war. Mein Bruder hatte das Doppelzimmer, was in seinen Augen etwas klein war. Allerdings hatten die beiden eine Terrasse und zusätzlich eine Dachterrasse mit Blick zu La Giralda. Optimal um eine Sommernacht über den Dächern zu genießen. Bei gefühlten 40 Grad sollte da oben ein kleines Lüftchen zu erhaschen sein.

Fortbewegung – nichts für Fußkranke

Wie ganz zu Anfang geschrieben, ist es am Sinnvollsten mit dem Bus vom Flughafen in die Innenstadt zu gelangen. Für 4.-€ p.P., günstiger als ein Taxi. Da wir mit dem Taxi (15-20 min. Anfahrt bei 20.-€ – 25.-€) auch ein Stück hätten laufen müssen, zogen wir es vor, das gesparte Geld in Essen umzuwandeln. Die Busse fahren von 5:20 – 00:15 Uhr ab dem Flughafen und zurück vom Plaza de Armas von 04:30 – 00:00 Uhr.

In dem historischen Zentrum kannst du fußläufig alles erreichen. Gegebenenfalls nimmst du einfach die Straßenbahn.

Wenn du möchtest, kannst du dir auch ganz bequem die Stadt aus dem Bus heraus anschauen. Wie in vielen Großstädten, fährt auch durch Sevilla ein Hop-on-Hop-Off-Bus. Für etwa 20.-€ kannst du von 10:00 – 20:00 Uhr mit dem Bus fahren und an einer der 14 Haltestellen aussteigen. Mit diesem Ticket hast du freien Eintritt in: Pavillon der Schifffahrt, Wagenmuseum, Hospital der Barmherzigkeit, Kirche Santa Anna, Kirche Divino Salvador, Wissenschaftsmuseum, Torre de los Perdigones. Für eine Runde – ohne Aussteigen – solltest du 75 min. einplanen.

Sehenswürdigkeiten

Alcázar

Der Palast der spanischen Königsfamilie zieht die meisten Touristen in den Bann. Obwohl die Königsfamilie diesen noch immer bewohnt, ist er, wenn sie nicht anwesend sind, für die Öffentlichkeit zugänglich.

Öffnungszeiten: 09:30 – 17:00 Uhr

Patio de Banderas, s/n, 41004 Sevilla; Eintritt 9,50€ Normalpreis

 

Kathedrale von Sevilla

Die Bischofskirche Santa María de la Sede ist die größte, gotische Kirche Spaniens. Sie fasziniert bereits von Außen und gehört seit 1982 zum Weltkulturerbe. Im Moment wird sie leider von einem nicht sehr schönen Gerüst „geschmückt“.

Öffnungszeiten: Mo 11:00 – 15:30 Uhr;  Di – Sa 11:00 – 17:00 Uhr; So 14:30 – 18:00 Uhr

Av. de la Constitución, s/n, 41004 Sevilla; Eintritt 8.-€

 

Plaza de españa

Der Platz wird durch ein halbkreisförmiges Gebäude eingerahmt und wird wegen seiner Schönheit gerne als Drehort für Filme genutzt. Marmor, Klinker und Keramik schmücken das Gebäude und die Geländer. Dieser Platz wurde anlässlich der Iberoamerikanischen Ausstellung 1929 errichtet. Ein Kanal zieht sich durch das Gelände.

Öffnungszeiten: 08:00 – 22:00 Uhr

Av de Isabel la Católica, 41004 Sevilla; Eintritt kostenlos

 

Torre del Oro

Bereits von Außen funkelt das goldbedeckte Dach in Schein der Sonne. Die Überreste der Staumauer kannst du besichtigen. Der militärischen Turm wurde im Auftrag des marokkanischen Gouverneurs im 13. Jh gebaut. Er wurde zum Schutze der Stadt gegen Kriegsschiffe erbaut.

Öffnungszeiten: Mo – Fr 09:30 – 18:45 Uhr, Sa + So 10:30 – 18:45 Uhr 

Paseo de Cristobal Colon, 41001 Sevilla; Eintritt 3.-€, montags kostenlos

 

Metropol Parasol

Dieses geschwungene Bauwerk ist so völlig anders, als die umliegenden Gebäude der Altstadt. Seit 2011 ziert es diesen Platz. Der Eingang befindet sich im Untergeschoss, in dem sich auch das kulturhistorische  Museum mit seinen Ausgrabungen befindet.

Öffnungszeiten: Mo – So 10:00 – 23:00 Uhr

Pl. de la Encarnación, s/n, 41003 Sevilla; Eintritt 3.-€

 

Ortsteil Triana

Tagsüber scheinen die Gässchen des für seine Tapas-Bars bekannte Viertel fast wie ausgestorben. Doch abends, wenn die Türen der Lokale geöffnet sind, herrscht hier reges Treiben. Tagsüber kann man durch die Markthalle Mercado de Triana schlendern und sich mit Köstlichkeiten eindecken.



Beim Schreiben meines Beitrags bin ich immer wieder in Gedanken, an die schönen Erlebnisse abgeschweift. Es könnte eigentlich schon wieder losgehen. Hast du auch Lust loszufliegen? Was hat dir an der Stadt gefallen?


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