Der Wiederaufbau beginnt

Der Wiederaufbau beginnt

DER WENDEPUNKT IST ERREICHT

Werbung wegen Markennennung – selbst bezahlt. Mittlerweile sind 14 Tage, mit 6-8 Stunden pro Tag harter Arbeit, vergangen. Es sind Schweiß und Tränen geflossen und wir haben nun alle Schäden auf Null gesetzt. Nun kann der Wiederaufbau beginnen.

GLÜCKLICHERWEISE HABEN BAUMÄRKTE GEÖFFNET

Wär hätte es gedacht. Wir schreiben das Jahr 2020 und sind glücklich darüber, dass Baumärkte geöffnet haben. Zu Zeiten einer Pandemie leider keine Selbstverständlichkeit. Wir haben uns zur Dämmung XPS-Platten besorgt. Diese sollen wasserresistent und schwer entflammbar sein. Die spätere Innenverkleidung wird wieder Sperrholz sein. Die original Wandverkleidung hatte ein Dicke von 3mm, was es in unserem Baumarkt nicht gab. Also nahmen wir 4mm und ein bisschen mehr Gewicht in Kauf. Ganz wichtig war der neue Balken, der eingezogen werden musste.

ALU REPARIEREN

Bevor wir mit dem Holzaufbau beginnen konnten, musste die Aluaußenhaut repariert und konserviert werden. Zuerst befreiten wir das Alu von der Oxidation und trugen ein Metalllack auf, um diesen Vorgang für die Zukunft zu unterbinden. Alu auf Alu zu kleben ist auch nicht ganz einfach, weshalb wir hierzu ein speziell Kleber verwendet haben.

OHNE KLEBER HÄLT NICHTS

Dank der Hilfe von Christoph, konnten wir die Zeit mit Arbeit und nicht mit Recherche verbringen. Das musst Du Dir vorstellen: es gibt einen Menschen, den Du gerade eine Stunde Deines Lebens gesehen hast und der nimmt sich die Zeit, schreibt Dir eine E-Mail mit allen benötigten Materialien und Du musst Sie nur noch bestellen. Solche Menschen gibt es viel zu wenige!!!

Nach ein paar Tagen war dann auch schon unser erstes Paket von Ottozeus bei uns angekommen und wir konnten uns an die Arbeit machen. Der Caravankleber ist ein 1-Komponenten-Reperaturklebestoff, der durch aufsprühen von Wasser quillt – ähnlich wie Bauschaum. Man trägt ihn in Schlangenlinien auf den Werkstoff auf, verteilt ihn mit einer Zahnspachtel und sprüht ihn mit Wasser ab. Im Anschluss wird das Gegenstück aufgelegt und unter Druck aushärten gelassen. Du solltest Dir natürlich die Anleitung dazu anschauen. Dies ist nur auf die Schnelle, als absoluter Laie, erklärt.

HOLZBALKEN MÜSSEN GETAUSCHT WERDEN

Bevor der XPS und die Sperrholzplatten geklebt werden konnten, mussten in der Außenwand morsche Balken erneuert werden. Das gestaltete sich recht schwierig, da sowohl die Außenhaut, als auch die Sitzbank nur noch reines Alu waren und somit recht wellig und instabil. 

Während der Reparatur haben wir aus Sicherheitsgründen die Kabine immer auf dem Auto behalten und die Füße zur Nivellierung ausgefahren. So konnte nichts kippen oder auseinanderfallen.

DIE SITZBANK IST DRAN

Von der ursprünglichen Sitzbank war nach unserem Freilegen nicht mehr viel zu erkennen. Anhand der Überreste vermuteten wir, dass “Latten” miteinander verbunden ein Gerüst ergaben und dazwischen Styrodur saß. Die Arbeit, jede einzelne Latte stabil mit der Anderen zu verbinden, war uns zu viel. Hinzukam, dass eine gewisse Höhe erreicht werden musste, um das Niveau der angrenzenden Sitzfläche gleich zu halten. Also beschloss ich im Holzfachhandel eine dicke, nicht ganz günstige Multiplexplatte (wegen Plattenabnahme) zu holen, um sie dann wieder auszuschneiden. Dies erschien uns allerdings die stabilste Lösung und nachdem Löcher drinnen waren, war sie auch gar nicht mehr so schwer.

Auch zum Verkleben der Sitzbank haben wir Caravankleber verwendet. Dank der vielen, geliehenen Schraubzwingen aus der Nachbarschaft und einigen zweckentfremdeten Haushaltmittelchen, konnte sie dann unter Druck aushärten. Ach ist das schön, wenn man mal einen Tag nicht zu Hause ist und man kommt heim und die Baustelle zeigt einen Fortschritt.

WÄNDE WERDEN GESCHLOSSEN

Nachdem nun die Sitzbank verklebt ist, können wir uns den Wänden widmen. Stück für Stück füllen wir die vorhanden Löcher wieder mit XPS Platten bzw. bekleben die Vorhandene mit Sperrholzplatten. 

Da wir nur vier Hände und keine Unmengen an Schraubzwingen haben, geht es nur langsam voran. Kleben, aushärten, kleben…

STÜTZENBEFESTIGUNG

Beim Entfernen der Sitzbank, stellten wir fest, dass die Schrauben der Stützfußaufnahme durchgerostet waren. Also mussten wir uns etwas einfallen lassen. Von oben setzten wir Einschlagmuttern in die Sitzbank, die wir von unten durchschraubten. Der Dame des Hauses war dies jedoch noch nicht sicher genug – haben ja schließlich zwei Laien produziert – also gab es noch eine Kontermutter zur Sicherheit obendrauf. Die Schraube wurde im Nachhinein noch eingekürzt.

Die hintere Stützfußseite war damit repariert. An der vorderen Stütze gestaltete es sich etwas schwieriger. Das Holz, in dem die Befestigung sitzt, ließ sich einfach nicht besiegen. Also musste ein Plan B her. Wir setzten noch ein extra Stück Holz ein und verschlossen das ganze mit einem Aluriffelblech anstelle einer Sperrholzplatte. Wir haben damit die Hoffnung, dass die Unterlegscheiben der Schrauben und das Blech einen besseren Halt geben.

EIN SOMMERGEWITTER BEDROHT DIE BAUSTELLE

So schön das Wetter die ganze Zeit war und wir uns jeden Tag nach einem Schwimmbad sehnten, so schnell kann es aber auch umschwenken. Ein Sommergewitter drohte unsere Arbeit zu zerstören. 

Der Zeitdruck erhöhte sich. Um die Wände zu verkleben, mussten wir natürlich die Fenster und Serviceklappen in diesem Bereich entfernen. Diese mussten nun schnellstens wieder eingesetzt werden. Und das nicht einfach so, denn ohne Dichtmasse läuft das Wasser unaufhaltsam hinter die Rahmen und in den Innenraum der Kabine. Wir haben *Dekaseal 8936 zum Abdichten verwendet. Dies ist eine nicht aushärtende Dichtmasse, die mit sich selbst abgetupft werden kann.

Der Gaskasten, der vermutlich an eineigen Stellen Schuld an der ganzen Misere war, brauchte eine neue Dichtung. Nun war das Teil schon so alt, dass das gar nicht so einfach war etwas Passendes im Internet zu finden.

Oberhalb des Gaskastens sind noch zwei Löcher vorhanden, die für die Lüftung des Kühlschrankes waren. Die passenden Lüftungsgitter haben wir wieder eingesetzt und auch gesichert.

Es schüttete aus Eimern und wir saßen im Wohnzimmer und konnten nichts tun. Es ließ mir keine Ruhe und ich musste danach schauen gehen. Als ich in die Kabine kam, waren die Wände rund um die Lüftungsgitter und den Gaskasten nass. Wir mussten also improvisieren. Im strömenden Regen und bis auf die Haut nass, musste der Natur entgegen gewirkt werden. Ein Müllbeutel, das allmächtige Panzerband und fertig war der Regenschutz und wir auch.

HAND IN HAND IN RICHTUNG FERTIGSTELLUNG

Nachdem nun die Wände verschlossen waren, kann es ans Verschönern gehen. Die Wände werden weiß, das steht schon mal fest. Aber wie wird das Möbel?

Nach einer längeren – nennen wir es mal “Findungsphase” – haben wir uns darauf geeinigt, dass auch die Möbel weiß werden. Um etwas Leben in die Bude zu bekommen, werden die Türen grün und die Sitzbank in einem “hoffentlich-Fleck-unempfinglichen” Braun gestrichen. Aber bis dahin heißt es nochmal schwitzen. Zuerst muss die Holz-Dekor-Folie von den Möbeln.

Während ich die Wände innen weiß angestrichen habe, hat Raik sich um Dichtungen und Aluabdeckprofile außen gekümmert. Das war gar nicht so einfach. Die meisten Wohnmobil- und Wohnwagenhersteller arbeiten kaum noch mit Dichtprofilen, welche unsere Wohnkabine hat. Da diese entweder mit Farbe zugekleistert oder verlöchert waren, mussten also Neue her.

Noch soll unsere Kabine keine neue Farbe erhalten. Deshalb musste sich Raik bei seinen Außenarbeiten immer wieder etwas einfallen lassen, wie die vorhandene Farbe Stück für Stück weichen konnte, ohne dass es total “besch…” ausieht. Abschaben, Fönen, Kunststoffreiniger, Aceton – es gab nichts, was er nicht probiert hat.

WIEDERAUFBAU MÖBEL

Unseren Restaurierungsarbeiten ist auch die Möbelkombination von Kühlschrank, Gaskasten und Kleiderschrank zum Opfer gefallen. Somit müssen wir nun rekonstruieren.

Um nicht allzu viel Zeit zu verlieren, holten wir uns also in unseren Baumarkt Sperrholzplatten in 10mm Stärke und passten sie den gewünschten Maßen an. Die Kunst lag nun darin, die Platten nicht wieder zu verleimen, sondern sie so zu montieren, dass sie im Notfall schadensfrei wieder raus können. Lediglich der Gaskasten musste verleimt werden, um ihn komplett vom Wohnraum abzutrennen.

MÖBEL GRUNDIEREN UND STREICHEN

Nachdem das Möbel die Passkontrolle in der Kabine bestanden hat, kann nun das Holz grundiert werden. Anschließend wurde es zweimal gestrichen.

Pappelsperrholz ist recht weich. Wir haben den Fehler gemacht und Unebenheiten, Dellen oder Kratzer nicht konsequent gespachtelt. Das sieht man leider im Nachhinein. Wenn Du ein ebenmäßiges Bild haben möchtest, solltest Du daran denken. Unsere Kabine ist aus 1995 und sie wird auch nach der “Restaurierung” kein Hochglanzmodell werden, somit ist es für uns ok, wenn das Möbel nicht neu gekauft aussieht.

An einigen Stellen unserer Schränke löste sich die Dekorfolie bereits ab und lies sich mit einem Spachtel sehr gut abschaben. Widerum gab es Stellen, die nur mit Heißluftföhn und Ausdauer zu entfernen waren. Völlig vertieft in der Materie kann es dann auch schon mal passieren, dass man sich kleine Brandbläschen zuzieht.

LEIDIGES THEMA KÜHLSCHRANK

Du fragst Dich sicherlich, wieso wir an zwei Stellen noch immer Löcher in der Wand haben. Das sind ehemalige Lüftungslöcher für den gasbetriebenen Kühlschrank. Zuerst wollten wir diesen auch wieder einbauen. Mit Fortschritt der Restaurierung, stellte Raik dies immer wieder in Frage. Er wollte einfach potenzielle Wassereintrittsmöglichkeiten unterbinden. Außerdem hatten wir in Swaziland einen gasbetriebenen Kühlschrank, der sein Abgasrohr in unserem Schlafzimmer hatte – grausame Gerüche. Wiederum hatten wir in Namibia in unserem Auto eine Engel-Kühlbox, die wir beide super fanden. Wir überlegten Tage hin und her, ob wir nicht doch einen Platz für das Monstrum finden. Schlussendlich entschieden wir, dass es nun doch ein Kühlschrank werden wird. Für eine kurze Zeit haben wir das alte Gerät angeschlossen und getestet wie die Funktion im 12V-Betrieb ist. Da nach mehreren Stunden noch keine erkennbare Kühlung eintrat und wir die Infos bekamen, dass man schon mal einen Tag vorkühlen soll, beschlossen wir, das auch das Gerät nicht in Frage kommt. Die Lüftungsgitter haben wir dann kurz vor der Fertigstellung erst verschlossen und zwar so, dass man sie im Nachhinein hätte wieder öffnen kann. Von Außen wurden Alubleche eingeklebt und abgedichtet.

Nun haben wir von Dometic eine *45L Kühlschrank mit integriertem Gefrierfach, welches sich rausnehmen lässt. Er kann über 12V und 230V betrieben werden. Wenn wir nicht auf dem Campingplatz sind, läuft er dann über die Batterie, die von der Solaranlage gespeist wird.

 

KURZ VOR DER PROBEFAHRT WIRD ES NOCHMAL HEKTISCH

Das Datum rückt näher, an dem wir für ein paar Tage loswollen. Wir müssen endlich raus. Es sind noch immer nicht alle Arbeiten abgeschlossen, aber es funktioniert wie es soll.

Raik macht seit Tagen seinen Doktor am Abdichten des alten Gaskastens. Neue Dichtungen und neu einpassen helfen alles nicht. Nach einem Telefonat von Tischer ist klar, die Serviceklappe muss erneuert werden. Das Maß gibt es so aber nicht mehr und wir müssen etwas basteln. Naja, nach den letzten sechs Wochen Probebasteln, sollte wir es nun können. Unser Budget ist mittlerweile schon überstrapaziert, aber es hilft ja nichts. Die Tür ist bestellt, mal sehen, ob sie pünktlich kommt.

Den Alkoven haben wir noch nicht verschlossen. Wir trauen dem Ganzen noch nicht. Das Wasser darin sollte, bei den Temperaturen der letzten Woche, bereits “verdampft sein”, aber es kann ja noch immer Wasser nachlaufen. Von Außen wurden alle für uns sichtbaren Stellen abgedichtet. Der Alkoven ist zum Teil aus GFK, was mit der Zeit altert. Wir haben kleinste Haarrisse entdeckt und mit *Captain Tolley´s Rissfüller ausgebessert.

Auch haben wir noch keinen neuen Stoffe für die Polsterung bestellt. Das sind erst einmal Dinge, die für uns nicht wichtig sind. Wir haben die letzen Wochen so viel erreicht und sind froh, wenn wir unsere Errungenschaft endlich nutzen düfen.

Am Tag vor der Abreise wird Raik nochmal hektisch. Ein Gedanke treibt ihn um, den er bis kurz vorm Umfallen zu Ende bringen will. Er möchte für seinen Grill außen noch eine Ablage bauen, die er an den vorhanden Airline-Schienen befestigen will. So kam es, dass wir nach 20:00 Uhr noch immer das Auto mit Kleidung und Essen vollgepackt haben.

 

KURZE FAHRZEUGKONTROLLE UND LOS GEHT´S

Völlig erschöpft fallen wir abends in unser Bett und machen kaum ein Auge zu. Morgen früh wird nochmal mit Sack und Pack unserer Auto gecheckt und eine Kleinigkeit ausgetauscht und dann geht es in den wohlverdienten Kurzurlaub!

COMING SOON

Auch wenn wir urlaubsreif sind, sind wir noch immer nicht fertig. Die Tür für den Gaskasten kam zu spät und muss nach dem Urlaub eingebaut werden. Den Spritzschutz hinter dem Kochfeld (mit einem Foto aus dem ersten Urlaub) brauchen wir auch noch. Die Sitzpolster müssen noch genäht werden. Da es uns noch etwas vor der Badrenovierung graut, wollen wir das im Winter angehen. Also Du sieht, so schnell geht uns die Arbeit noch nicht aus und Du darfst auf weitere Berichte gespannt sein.

IMPRESSIONEN VON DER ERSTEN FAHRT



Hast Du auch schon einmal solch Wundertüte gekauft und im Nachhineien das große Erwachen gehabt? Erzähl uns von Deiner Geschichte!


Hier kannst Du die Geschichten unseres “Muffbunkers” nachlesen:

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