Kategorie: Namibia

16 Tage Namibia – Reisekosten

16 Tage Namibia – Reisekosten

EIN KLEINER EINBLICK IN UNSERE AUSGABEN


So eine selbst geplante Tour mit dem Mietwagen durch Namibia macht irrsinnig viel Spaß. Die Weite, die vielen Tiere und Dünenformationen faszinierten mich auf den ersten Blick. Doch wie so oft, steht vor dem Urlaub die große Recherche und Kostenaufstellung an. Größenteils lässt sich das Budget planen, doch was braucht man eigentlich unterwegs? Ich möchte dir heute einen Einblick in unsere Urlaubskasse geben, so dass auch du deinen nächsten Trip besser überblicken kannst.

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Tag 16 – es geht wieder zurück in die Heimat

Tag 16 – es geht wieder zurück in die Heimat

EIN LETZTES MAL AFRIKALUFT SCHNUPPERN


Leises Vogelgezwitscher lässt mich wachwerden. Ich habe gar kein Gefühl wie hell es draußen ist. Die Zeltvorhänge sind blickdicht und so verrät nur die Uhr, ob es schon Frühstückszeit ist. Unter meiner dicken Decke ist es kuschlig warm. Ich möchte gar nicht aufstehen. Auf dem Weg zur Toilette zeigt es sich nun, dass die Nächte langsam kälter werden.

Omatozu, Okahandja, Namibia

 

UNSER LETZTES FRÜHSTÜCK

 

Auf dem Weg zur Toilette muss ich über einen Steinboden. Der prophylaktisch ausgelegte Teppich hilft da leider auch nicht gegen die kalten Füße. Das sind Temperaturen, die mir heute so gar nicht schmecken. Das Bad ist an das Zelt angemauert und somit ist es hier wenigstens warm.

Omatozu Safari, Namibia

Omatozu, NamibiaWir ziehen uns an und steuern nun Richtung Frühstück. Es ist 07:30 Uhr und noch verdammt kühl, um im Freien sein Frühstück zu sich zu nehmen. Gut, dass ich mir eben noch meine Stricksocken – ein Dankeschön an meine Oma – in die Hosentasche gesteckt habe. Meine Flip Flops sind heute Morgen nun wirklich nicht das richtige Schuhwerk. Gestern Abend wurden wir schon sehr nett bewirtet und auch jetzt bekommen wir alles gereicht. Eierspeisen werden frisch zubereitet, der Rest steht auf dem Tisch bereit. Es gibt Cornflakes, Brot, Orangensaft, Marmelade, Kaffee und Salami.

Omatozu, Namibia

 

EINE LETZTE RUNDE DURCH DIE FARM

 

Nachdem wir gestern Mittag einen Game-Drive mit unserem eigenen Auto erfolgreich gemeistert haben, wollen wir nun zu Fuß die Landschaft erkunden. Mal schauen, was so einer Spaziergang so alles bietet. Wir ziehen uns festes Schuhwerk an und schnappen uns die Kamera. Los geht’s.

Fußspuren

Wir treffen auf einen riesigen Termitenhügel, viele Vögel und auf einen kleinen Steinbock. Süß, aber total scheu. Der Morgen versprüht Ruhe und Energie zugleich, wenn wir auch nicht allzu viel sehen.

Steinbock

Vogel, Namibia

Dornbusch, Namibia

Termitenhügel, Namibia
Mensch gegen Natur

Auf dem Weg kommen wir auch noch am Hoteleigenen Campingplatz vorbei, der mich natürlich brennend interessiert. Auch hier hat jeder sein eigenes Sanitärhäuschen dabei.

 

CHECK OUT

 

Auf den letzten Drücker erreichen wir unser Zimmer und packen die restlichen Sachen zusammen. Die Koffer können alle ins Auto. Mit dem Servicepersonal haben wir besprochen, dass wir bis zu unserer Abfahrt den Pool und die Anlage nutzen dürfen. Die Zimmer müssen pünktlich gereinigt werden und stehen deshalb nicht mehr zur Verfügung. Klasse Sache. So können wir die letzten Stunden in unserem lieb gewonnen Land entspannen und müssen uns nicht bis zum Abflug “rumdrücken”. Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich mag diese Warterei, die nicht sinnvoll genutzt werden kann, überhaupt nicht.

 

WIR VERLASSEN DIE FARM UND

BEGEBEN UNS RICHTUNG WINDHOEK

 

Es ist 12:30 Uhr und nun müssen wir uns endgültig verabschieden. Wir satteln unseren Hilux und fahren Richtung Windhoek. Auf dem Weg dorthin nehmen wir unseren Mittagssnack in Li-Jani´s Beergarden in Okahandja ein. Das hier muss eine Pferderanch sein. Wir nehmen 2x Gamesteak, ein Sprite und ein Sprudel-Wasser und zahlen 225 N$.

 

IN GEDANKEN AN VIELE SCHÖNE MOMENTE

 

Der Weg hierher war sehr, sehr nachdenklich. Wir sind sowieso keine großen Redner während der Autofahrt, aber diese Stille war gruselig. Wir schwelgten in den Erinnerungen der letzten beiden Wochen und ich konnte mir das ein oder andere Tränchen nicht verkneifen. Dieses Land hat so viel Magie und hat uns so viel gelernt. Es fällt mir sehr schwer diese Weite und Ruhe hinter mir zu lassen. Menschen, die herzlich miteinander umgehen, obwohl sie einander nicht kennen.

 

KLEINE STADTRUNDFAHRT UND

ABSTECHER IM SUPERMARKT

 

In Windhoek angekommen, möchte ich unbedingt die Christuskirche besichtigen. Von Außen ist sie ein wirklich schönes Bauwerk, doch von innen ist sie schlicht gehalten. Anders als in unseren katholischen Kirchen ist wenig Gold und Protz zu erkennen.

Christuskirche Windhoek, Namibia

Der nächste Stop führt uns nun nochmals dahin, wo wir die Reise begonnen haben. Wir kaufen im Superspar eine Kleinigkeit an Trinken und Snacks für den Nachmittag ein und steuern dann wieder unserer Autovermietung African Tracks an.

 

KURZE KONTROLLE UND

WEITER ZUM FLUGHAFEN

 

Dort angekommen – unser Tageskilometerzähler zeigt 3190 km – wird unser Auto auf Schäden begutachtet und uns unsere Rechnung für den geflickten Reifen beglichen. Wir erklären, dass wir vor 3 Tagen nochmals einen Platten hatten und dieser Reifen nicht repariert wurde. Die Eigentümer sind froh, dass uns nichts passiert ist und heißen uns fürs nächste Jahr gerne wieder willkommen. Gegen 16:00 Uhr bringt uns ein Fahrer mit unserem Auto an den Flughafen.

Da wir das Auto zu Beginn unserer Reise mit einem leeren Tank übernommen hatten, durften wir es auch wieder so zurückbringen. Wir mussten schmunzeln, als uns der Fahrer erklärt, dass er noch tanken muss, bevor er zum Flughafen fährt. Ich denke wir haben eine Punktlandung gemacht.

Toyota Hilux Double Cab, African Tracks

 

EIN KLEINES GESCHENK ZUM SCHLUSS

 

Eine gefühlte Ewigkeit zu früh am Flughafen, vertreiben wir uns die Zeit in der Sonne und warten auf den Check-In. Auf einer kleinen Shoppingrunde habe ich das einzige Souvenir der Reise gefunden. Stolz über meine Sichtung berichte ich Raik darüber. Ich wollte es ihm unbedingt später zeigen und es dann kaufen. Nachdem Raik dann von seiner Shoppingtour zurückkam, brachte er mir diesen schönen Schal einfach mit. Meine Verbindung zu Afrika. Immer wenn ich meinen Schal um den Hals trage, fühle ich mich für einen kurzen Moment fernab der Realität.

 

 

NOCHMALS AUFREGUNG ZUM ABSCHLUSS

 

 

Nachdem bereits in der Warteschlange deutsche Mentalität wieder die Oberhand hat, werden wir auch noch beim Check-In für einen kurzen Moment stocksauer. Wir wiegen unsere Koffer. Jedes Gepäckstück hat ca. 26 Kilogramm; genau wie auf dem Hinflug. Die Dame am Ticketcounter stellt uns ein Schriftstück aus und bittet uns zum Schalter mit dem Übergepäck zu gehen. Noch waren wir beide guter Dinge, doch als wir eine Rechnung von 180.-€ für 6 kg zahlen sollten, konnte ich mich nicht mehr beherrschen. Hätten wir eine dritte Tasche mit den 6kg gehabt, hätte niemand was gesagt. Für diejenigen, die noch nie mit Air Namibia geflogen sind, sei gesagt, dass pro Person 2×23 kg erlaubt sind. Naja, ich dachte wir Deutschen sind nur so genau. Um uns herum wurden es immer mehr Menschen, denen es genauso erging.

Ich schickte Raik auf die Suche nach einer Tasche, die wir kaufen könnten. Die wäre immer noch günstiger gewesen, als den Mehrpreis zu bezahlen. Er fand natürlich keine – wieso auch. Also packten wir, alles auf das wir verzichten konnten aus und liessen es hier. Raik stopfte sich die Hosen voll und nun versuchten wir es erneut.

In dem Wartebereich angekommen, sahen wir plötzlich Taschen ohne Ende. Komisch, oder?

 

NETTE BEKANNTSCHAFT

 

Die Zeit, die wir noch hatten nutzten wir für ein Gespräch mit einem Pärchen, dem es beim Check-In genauso erging. Wir tauschten unsere Erlebnisse aus und stellten fest, dass die Wartezeit viel zu schnell verging. Auch bei den Beiden hatte das Afrika-Fieber zugeschlagen. Mal sehen, ob wir sie bei unserer nächsten Reise wieder treffen. Esther und Dieter es ist schön euch kennengelernt zu haben.



Hattest du auch so ein tolles Erlebnis mit deiner Airline? Erzähle es mir und bewahre uns vor dem Fehler!


Schau doch bei den anderen Abenteuer aus Namibia vorbei!

Unsere Top 3 in Namibia

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DIE BESTEN ERLEBNISSE, TOUREN,

LODGES UND CAMPSITES


Kennst du das auch? Wochenlanges Planen, Recherchieren und dann doch die Frage: Wird es die richtige Wahl sein? Vorweg möchte ich sagen, dass dies keine Siegerehrung sein soll. Ich möchte es mir auch nicht anmaßen, eine Messlatte für irgendetwas zu legen oder das Rad der 5-Sterne neu zu erfinden. Dieser Bericht soll dir lediglich die schönsten Momente zeigen, dir wir resümierend erlebt haben. Momente oder Orte, die uns sehr glücklich gemacht haben und wir sehr froh sind, dass wir diese erleben durften. Ich möchte dich daran teilhaben lassen und hoffe, dass dir diese Tips weiterhelfen.

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Campsites in Namibia

Campsites in Namibia

Teil 2 – Unsere Campsites


Das letzte so richtige Camping-Erlebnis liegt gefühlte 25 Jahre zurück. In meiner Kindheit war ich sehr oft mit meinen Eltern im Süden Frankreichs unterwegs und haben im Wohnwagen die Sommerferien verbracht. Nun will ich das erste Mal – mit Mitte 30 – ein erneutes Abenteuer beginnen. Ein bisschen Bammel habe ich schon davor, in der Natur zu übernachten…

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Tag 15 – vom Waterberg nach Okahandja

Tag 15 – vom Waterberg nach Okahandja

UNSERE LETZTE NACHT IM ZELT LIEGT HINTER UNS


Dies war sie nun. Unsere letzte Nacht im Zelt. Ein komisches Gefühl, denn langsam stellt sich nun die Erkenntnis ein, dass der Urlaub bald zu Ende sein wird. Wir könnten noch ewig so weitermachen. Am Frühstückstisch herrscht nachdenkliche Stille.

 

DIE WUNDERVOLLEN

ERLEBNISSE VERARBEITEN

 

Meine Gedanken kreisen um das Erlebte. Immer wieder hole ich mir die schönen Momente und die  Erlebnisse jeden neuen Tages in meinem Kopf hervor und bin überaus glücklich und dankbar das Alles erlebt zu haben. Ich breche die Totenstille und lasse gemeinsam mit Raik die letzten Tage Revue passieren. Nun beginnt das Verarbeiten des Erlebten. Das, wofür wir den ganzen Urlaub kaum Zeit hatten, denn ein Highlight jagte das Nächste. So kommen wir auf die Idee, unsere Top-5-Lodges, Top-5-Campsites, das beste Essen und unser Tiersichtungshighlights zu küren.

Waterberg Wilderness Lodge

 

DAS AUSMISTEN BEGINNT

 

Nach dem Frühstück, ist vor der Weiterfahrt. Heute liegen etwa 200 Kilometer Fahrt vor uns. Da auf dem Weg für uns Nichts Sehenswertes liegt, können wir uns etwas Zeit nehmen, um das Auto aufzuräumen. Bei unserem ersten Einkauf in Windhoek haben wir unsinnigerweise eine Großpackung Toilettenpapier gekauft, die noch unangetastet in den Tiefen unseres Pick-Ups liegen. Ich entnehme eine Rolle als Reserve und beginnen einen Stapel mit nicht mehr benötigten Artikeln anzuhäufen. Wir trennen uns von unserem Spülmittel, Handtüchern, Spüllappen, Gewürze, meinem extra gekauften Plastikgeschirr und Kaffeetasse. Alles Dinge, die wir am letzten Tag in der Lodge nicht mehr gebrauchen können. Auf der Nachbarcampsite steht eine junge, vierköpfige Familie. Ich frage sie, ob sie noch ein paar Sachen gebrauchen können, doch auch sie haben die letzten Tage vor sich. Also lege ich das Toilettenpapier in unser Sanitärhäuschen und lasse die anderen Sachen auf unserem Tisch für die Angestellten liegen. Wenn du das tust, solltest du darauf achten, dass kein Essen dabei ist, denn die Paviane sind schneller da, als du gucken kannst.

 

DIE PFERDE SATTELN UND LOS GEHT ES

 

Unser Auto ist ausgemistet und alles an Hab und Gut wieder an seiner Stelle verstaut. Jetzt kann die Fahrt zu unserer letzten Unterkunft beginnen. Als wir unsere Route von zu Hause aus gebucht haben, war es uns ganz besonders wichtig, die letzte Nacht “zivilisiert” – wir wussten damals noch nicht, ob campen das Richtige für uns ist – in einem Bett zu schlafen. Die Lodge sollte nicht allzu weit von Windhoek entfernt sein, so dass wir bei einer eventuellen Panne auf dem Weg zum Flughafen nicht in Schwierigkeiten kommen. Wir haben die Game Farm Omatozu gebucht und wir werden in “Luxus-Safari-Zelten” übernachten.

Waterberg, Namibia

 

ASPHALT UNTER DEN RÄDERN

 

Das erste Teilstück der Strecke, das uns aus dem Gebiet von Waterberg hinaus führt, besteht aus einer Sandpiste, die uns unser Fahrkönnen, gute Nerven und einen stabilen Magen, abverlangt. Als wir dann endlich wieder Asphalt unter den Rädern haben, halten wir an und wollen unsere Reifen wieder auf den korrekten Druck bringen. Wir sind kaum ausgestiegen, als ich in der Ferne eine Herde Paviane entdecke. Kurz, aber mit Nachdruck erkläre ich Raik, dass ich hier auf keinen Fall stehen bleiben werden und warte bis er die Reifen aufgepumpt hat. Ein kurzes Nicken und wir fahren noch ein, zwei Kilometer bis zur nächsten Haltemöglichkeit, um dann unserer Pflicht nachzukommen.

 

ANKUNFT INMITTEN DER NATUR

 

Nach einer etwa zweistündigen Fahrt durch wenig spektakuläres Land, wäre ich beinahe an der Einfahrt zur Farm von Omatozu vorbeigebrummt. Raik öffnet das Tor und anschließend folgt eine sandige Buckelpiste mit Wegweisern zur Rezeption. Nach ein paar Metern beobachten wir das erste, freche Warzenschwein, was sich im Schatten eines Baumes sicher fühlt. An der Rezeption angekommen, der Motor läuft noch, steht schon der erste Angestellte bereit, um uns in Empfang zu nehmen.

Omatozu, Okahandja, Namibia

 

NOCH EIN KLEINES ABENTEUER

ZUM ABSCHLUSS DES URLAUBES

 

Beim Check-in erfahren wir, dass es zwei Routen gibt, um mit dem Auto die Farm zu erkunden und einen kleinen Game-Drive zu unternehmen. Zusätzlich gibt es noch eine Wanderroute. Alle Wege sind mit verschiedenen Farben an Wegweisern gekennzeichnet und so ist die Streck gut definiert. Ich freue mich, denn so kann ich zum Abschluss des Urlaubes doch noch einmal ein paar Tiere beobachten. Wir beschließen dies zur späteren Stunde zu machen und hoffen, dass dann die Jäger langsam aktiv werden.

Omatozu, Okahandja, Namibia

 

ARBEIT VOR DEM VERGNÜGEN

 

Zu Anfang unserer Reise haben wir den Auftrag erhalten, unser Auto sauber zurückzugeben. Nun nutzen wir die Chance und können das Auto ausräumen und säubern. Danach folgt Wäsche sortieren und Koffer so packen, dass die Gewichtsverteilung wieder passt.

 

DIE TOUR KANN BEGINNEN

 

Wir melden unseren Game-Drive an der Rezeption an und los geht die Fahrt. Die Bezahlung erfolgt am Abreisetag mit der Schlussrechnung. Theoretisch können wir nun so lange fahren wie wir wollen. Der Preis gilt für einen Tag und pro Fahrzeug. Es ist nun nachmittag und die Sonne hüllt langsam die Landschaft in weiches Licht. Zu Anfang suchen wir noch die Wegweiser, aber bald sind wir auf dem richtigen Weg. Schon nach kurzer Zeit stelle ich fest, dass ich ganz froh bin einen Allrad unterm Hintern zu haben. Ich kann mir so gar nicht vorstellen mit einer 4×2 Kiste und wenig Bodenfreiheit durch die Landschaft zu gurken.

 

UNSER LETZTER WUNSCH WIRD ERFÜLLT

 

Ich sitze wieder hinter dem Lenkrad und Raik verkündet mir ganz stolz, dass er mir meine Kamera sicherheitshalber “schussbereit” gemacht hat. Da, plötzlich, Raik hat etwas gesehen. Ich gehe in die Bremse und haue den Rückwärtsgang rein. Der letzte Wunsch unserer Reise wird aus dem Nichts erfüllt. Ein kleiner Leopard hängt im Baum und genießt die Nachmittagsruhe. Bis eben, denn nun fühlt er sich von uns etwas gestört, sorry. Ich schnappe mir die Kamera in Sekundenschnelle und will drauf los fotografieren. Shit, es ist Dunkel. Ich schaue, ob die Kamera aus ist, versuche wild die Blende zu verstellen. Der Leopard bewegt sich. Er will abhauen. Was ist mit meiner Kamera los? Der Leopard verschwindet langsam, während ich feststelle, dass Raik den Objektivdeckel noch drauf gelassen hat. Na, hoffentlich hat er wenigstens ein brauchbares Bild hinbekommen. Trotz des wilden Fuchtelns mit dem schwarzen Koloss, konnte ich ein paar Momente aufsaugen. Solch wunderschönen Tiere mit ebenso wundervollen Augen…

junger Leopard, Omatozu

 

GIRAFFE & CO.

 

Noch völlig voll mit Adrenalin setzen wir unsere Fahrt fort. Dieses Farmgelände ich riesig. Wir kommen auf einer Strecke vorbei, die uns vermuten lässt, dass dies eine Flugzeuglandepiste ist. Auf dem weiteren Weg entdecken wir eine Gruppe Giraffen, vereinzelt Antilopen und Warzenschweine, die sich auf dieser Farm wohl besonders wohl fühlen. Eine tolle Fahrt mit viel Entspannung. Trotzdem haben wir die Uhr im Nacken, denn die Abendessenszeit steht fest.

 

EINE TEILSTRECKE

DER ZWEITEN ROUTE

 

Die erste Strecke, die für 4×2 und 4×4 geeignet ist, ist leider zu Ende. Wir beschließen für ein paar Minuten in die zweite Runde (4×4) zu stechen, als die Probleme anfingen. Als Erstes waren wir uns nicht sicher, ob wir nun den richtigen Weg gewählt haben, also setze ich zurück und vor lauter schauen überfahre ich fast den Wegweiserpfosten. Also doch wieder vorwärts oder rückwärts? Ach man, wir fahren einfach. Es folgt eine 90-Grad-Kurve, in der aus dem Nichts Tiefsand auf uns wartet. Ok f***. Raik schreit: “Gas, Gas, gib Gas!” Puh, nochmals gut gegangen. Vielleicht hätten wir vor unserer Fahrt doch Luft aus den Reifen lassen sollen. Aber nein, wir waren ja zu faul. Nach ein paar Hundert Metern wird der Weg immer schlechter und wir wissen nun endgültig nicht, ob wir richtig sind. Also drehen wir um.

 

PLÖTZLICH STEHEN WIR

 

Auf dem Rückweg bereitet mich Raik seelisch und moralisch auf die Tiefsandpassage vor. “Erster Gang, Vollgas und rechts Außen halten.” Ok, gesagt getan. Erster Gang, Vollgas und…. geradeaus ins Gebüsch. Da stehen wir nun. Ich hatte Nullkommanull Chance zu lenken. Das Auto hatte einfach die Überhand. Ich steige aus und stelle entsetzt fest, dass unsere Räder zur Hälfte im Sand eingegraben waren. Der Sand verschluckt meine Flip Flops und ich schaue, dass ich Raik nun aus dem Weg gehe. Der Meister selbst wird nun das Auto befreien. Im L4 und stinkender Kupplung schafft er es unser Auto freizufahrend. Puh, das ist ja mal gutgegangen.

 

SUNDOWNER MIT

ANSCHLIEßENDEM

DREI-GÄNGE-MENÜ

 

Die letzten Meter mit dem Auto legt Raik zurück, zu aufgeregt bin ich nun. Bald steht das Abendessen auf dem Plan und wir wollen vorher noch Duschen und einen Sundowner in der Bar nehmen. Wir kommen in Selbiger an und der Himmel färbt sich schon. Das Duschen hat doch noch etwas länger Zeit in Anspruch genommen und so haben wir nicht mehr viel Zeit Tiere im Hellen zu beobachten. Mit einem Bier genießen wir die letzten Sonnenstrahlen und läuten unseren letzten Abend ein. Ich verdrücke mir ein paar Trähnchen, denn langsam wird mir bewusst, dass bald wieder diese seelenlose und profitorientierte Welt auf uns wartet. Ich habe jetzt schon Heimweh nach diesem Land.

Omatozu, Namibia

Die Jungs aus der Anlage haben die Feuerstelle angeheizt und es gesellt sich ein englisches Pärchen zu uns dazu. Wir erfahren, dass Sie vor einer Woche schon einmal in der Anlage waren und zu diesem Zeitpunkt hatte das Wasserloch absolut kein Wasser. Erstaunlich wie schnell das geht und wir haben in der letzten Woche keinen nennenswerten Regen zu Gesicht bekommen.

Omatozu

 

WIR LASSEN UNS VERWÖHNEN

 

Unsere Tische sind schon mit Kerzen schön gedeckt. Wir werden gebeten uns zu setzen, denn die Küche ist nun soweit und kann servieren. Es folgt ein Vorspeisesüppchen, als Hauptgericht Hähnchenbrust mit Kartoffeln dazu Rosenkohl- und Karotten-Gemüse und als Dessert Waldfrüchte mit Vanillesoße. Alles sehr lecker.

Kürbissuppe im Omatozu

Hauptgang im Omatozu

Dessert

Im Anschluss sitzen wir noch etwas in den rustikalen Möbeln, haben unsere Füße auf dem Antilopenfellteppich stehen und genießen einfach nur. Beim Essen sind mir schon die ganzen Tierfelle aufgefallen. In Deutschland würde ich so etwas niemals nie akzeptieren, aber hier gehört es irgendwie zur Natur dazu. Und ich muss sagen: Es fühlt sich wundervoll an. Auf einem Tisch neben der Bar reihen sich Giraffenköpfe in verschiedenen Größen aneinander. Keine Angst; das sind keine Echten, sondern aus Holz geschnitzt. Auf der ganzen Reise habe ich so etwas nicht gesehen. Sie sehen toll aus. Für einen kurzen Moment überlege ich, ob ich mir morgen noch welche kaufe, obwohl ich Afrika-Deko noch nie mochte. Ich habe es nicht getan und nun sitze ich zu Hause und ärgere mich.



Ging es dir auch schon so, dass du dir im Urlaub ein Mitbringsel verkniffen hast und dich im Nachhinein dafür ohrfeigen könntest? Erzähle mir deine Geschichte.


Bist du neu hier und kennst die Namibia-Reise noch gar nicht, dann schaue mal hier vorbei:

Lodges und Hotels in Namibia

Lodges und Hotels in Namibia

TEIL 1 – UNSERE HOTELS


Namibia war für uns absolutes Neuland. Nach vielen Jahren Asienreisen und Unterkünften in Hotels oder Bed&Breakfast, wollten wir nun etwas mehr Abenteuer. Da Afrika so gar nicht mit Asien verglichen werden kann und wir bei unserer Recherche noch immer nicht wussten, ob dieser Kontinent die richtige Wahl für uns ist, wollten wir uns etwas “Sicherheit” mit ein paar Nächten in Hotels oder Lodges gönnen. Sicherheit nicht, weil wir Angst hatten, sondern weil wir uns nicht sicher waren, ob schlafen in einem Zelt die beste Wahl für uns ist.

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Tag 14 – Etosha zum Waterberg

Tag 14 – Etosha zum Waterberg

KÜHLER MORGEN, BUCKELIGE PISTE UND EIN KURZER SCHRECKEN ZUM SCHLUSS


Das tut gut. Ein warmer, wohl duftender Kaffee zum Aufwärmen. Heute ist der erste Morgen, an dem es  etwas abgekühlt hat. Wir geben beide Temperatur-Tips ab und kommen zum Entschluss, dass es zwischen 10 und 12 Grad haben muss. Kalt? Naja, in Deutschland sitze ich bei diesen Temperaturen auch nicht auf meiner Terrasse, um zu Frühstücken. Relativ schnell wandert die Sonne in unsere Richtung und wärmt unsere Glieder.

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Tag 13 – Etosha Nationalpark

Tag 13 – Etosha Nationalpark

DER FRÜHE VOGEL…


Es ist 20 nach 6 und der Tag erwacht. Frühstück gibt es erst ab 7:00 Uhr; also können wir uns gemütlich fertig machen. Heute Morgen wollen wir ganz früh los, um einer der ersten beim Morning-Drive zu sein. “Lass uns doch mal schauen, ob es nicht doch schon Frühstück gibt. Da vorne sieht es aus, als wären schon Menschen unterwegs.”

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Tag 12 – Etosha Nationalpark

Tag 12 – Etosha Nationalpark

EIN NEUER TAG ERWACHT


Natur ist etwas wunderbares, aber diese Perlhühner. Eine Invasion von gefühlten Tausenden – in Wirklichkeit waren es etwa 30 – lässt uns auch diesen Morgen nicht ausschlafen. Egal, wir wollen ja früh los, denn heute steht wieder der Etosha Nationalpark auf dem Plan. Nachdem wir gestern von der Sichtung der Löwen so angefixt wurden, wollen wir heute jede Sekunde nutzen.

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Etosha Nationalpark – Tag 11

Etosha Nationalpark – Tag 11

DREI ATEMBERAUBENDE TAGE WARTEN AUF UNS


“Schau mal, die ersten Zebraherden und viele Gnus. Da, viele Oryxe und Kudus. Wieso rennen die alle weg? So laut ist unser Wagen nun doch auch nicht.” Seit Tagen klappert irgendetwas an unserer Karre, wir wissen aber nicht woher es kommt. Völlig beeindruckt von den vielen Tieren fahren wir fast im Schritttempo weiter. Von Weitem erkennen wir eine große Wasserfläche. Wahrscheinlich pilgern diese vielen Tiere dahin, um sich mit Wasser zu versorgen. Doch plötzlich muss ich abrupt bremsen…

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