Reiseroute

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17 Tage durch Südafrika


Südafrika ist ein riesiges Land. Beim Blick auf die Landkarte ist man schnell mal der Meinung “Hach, da bin ich ja gleich hingefahren.”. Dem ist nicht so. In diesem Beitrag erfährst Du, welche Route wir gefahren sind, was unsere Highlights waren und was wir beim nächsten Mal anders machen würden.

Zum Anfang fiel es uns besonders schwer eine Route zusammenzustellen. Wir wussten nicht wo wir anfangen sollten. Die Informationen im Reiseführer waren nicht immer hilfreich und so eine Planung kostet viel Zeit. In unserem Beitrag Südafrika Reiseplanung haben wir Dir bereits erste Tipps gegeben wie Du am Besten Deine Reise planst und worauf Du achten solltest.

In welche Richtung starten wir?

Wir haben unseren Trip ans Ende der Regenzeit gelegt. Die meisten Afrikaurlauber beginnen Ihre Reise auf der Panorama Route, gefolgt vom Krüger Nationalpark. Da für uns die Tiersichtungen das absolute Highlight eines Afrikaurlaubes sind, musste dies zum Ende der Reise sein. Zumal das Wetter sich auch bessern sollte und das wiederum für die Sichtungen optimaler ist. So der Plan!

Drakensberge - 3 Nächte

Zu Hause haben wir fast stündlich das Wetter beobachtet und gehofft, dass wir mit unserem “kleinen Hupser” nicht davon schwimmen. In Johannesburg gelandet erwartet uns bestes Wetter.

Kurzerhand beschließen wir nicht gleich einkaufen zu gehen, sondern direkt in Richtung Drakensberge zu fahren. Erst in dem Ort Betlehem kaufen wir für die nächsten Tage ein. Der Supermarkt ist recht gut sortiert und so finden wir auch eine Kühlbox für unsere Lebensmittel.

Golden Gate Highland Nationalpark

Etwa 5 Minuten vom Golden Gate Highland Nationalpark entfernt liegt unsere Unterkunft für die erste Nacht. Die *Kiara Lodge bietet selfcatering Zimmer/Bungalows an. Es ist schon spät und somit bleibt nur eine kurze Zeit das goldene Licht, welches die Bergkuppen anleuchtet, zu bestaunen. Diese Stille – wir fühlen, wir sind angekommen. 

ca. 325 Kilometer

Leider haben wir nur eine Nacht gebucht und so geht es gegen 09:00 Uhr auch schon wieder weiter. Wir passieren das Tor zum Park. Etwa 5 Kilometer nach dem Eingang, befindet sich rechter Hand das Glen Reenen Rest Camp, ein Shop und eine Tankstelle. Um wandern zu gehen oder die Panoramaroute entlang zu fahren, benötigst Du eine Eintrittskarte. Du erhält diese an der Rezeption. Wir zahlen unsere 448.- ZAR (ca. 26.-€) zu Zweit und beginnen unsere etwa eineinhalbstündige Wanderung. Leider haben wir nicht so viel Zeit. Unsere nächste Bleibe liegt etwa Zweieinhalb Autostunden Fahrt entfernt. Gerne wären wir noch etwas geblieben.

 

Royal Natal Nationalpark

Unser nächster Stop führt uns in das weltbekannte Wandergebiet des Royal Natal. Wir übernachten in der *Witsieshoek Lodge. Sie liegt in Mitten des Nationalparks und hat die Wanderwege direkt vor der Haustür. Auch hier haben wir leider nur eine Nacht gebucht. Am Abend bin ich noch der felsenfesten Überzeugung am nächsten Morgen den Walk zum Amphitheater zu machen. Von der Lodge aus, kann man sich mit einem 4×4 zum Parkplatz bringen lassen und von dort die Wanderung starten. Unser Auto hätte es niemals nie über die Piste geschafft. Wahrscheinlich wäre es eher in einem der Schlaglöcher verschwunden wie in einem schwarzen Loch. 

ca. 78 Kilometer

 

Nachdem ich nun nochmals ein paar Berichte zur Wanderung gelesen habe, verstärkt sich der Gedanke, dass wir nach der 6 stündigen Wanderung so kaputt sind, dass wir keine drei Stunden Auto mehr fahren wollen. Sehr traurig darüber, aber mit der festen Überzeugung einfach wiederzukommen, lassen wir unser vorhaben. Wir nutzen den Morgen und laufen paralell zum Zufahrtsweg und genießen die Natur.

Monks Cowl – Giants Castle

Unser nächstes Ziel steht immer noch im Zeichen der körperlichen Bewegung. Monks Cowl gehört zum Maloti Drakensberg Park und beeindruckt mit grün bewachsenen Hügeln. Ich komme mir vor wie bei den Hobbits. Wie in allen Parks ist Deiner Ausdauer zeitliche Grenzen gesetzt. Die Öffnungszeiten lassen es nicht zu, den Sonnenaufgang und -untergang auf einem der Wanderwege zu bestaunen. Für Monks Cowl kann man durchaus auch mehrere Tage einplanen. 

ca. 180 Kilometer

Ballito - 2 Nächte

Wie es so ist, wenn man in der Theorie die Reiseroute plant… Der ursprüngliche Gedanke war, dass wir nach den anstrengenden Wandertagen in den Drakensbergen, am Strand von Ballito entspannen wollen. Ballito liegt etwa 50 Kilometer nördlich von Durban an der Dolphin Coast. Wie es der Name bereits verrät, kann es schon mal vorkommen, dass sich Delphine in Strandnähe tummeln. Der Ort wird hauptsächlich von den wohlhabenden Afrikanern bewohnt und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die schönen Villen mit Elektrozaun und meterhohen Mauern geschützt werden. In vielen Berichten haben wir gelesen, dass dies eine sehr sichere Gegend ist. 

Zurück zum Plan. Nachdem die körperliche Auslastung doch nicht erreicht ist, so müssen wir uns doch auch nicht faul am Strand liegend erholen, oder? Das dachte sich wohl auch der Wettergott. Bei strahlemden Sonnenschein haben wir morgens die Drakensberge verlassen, um drei Stunden später bei schwarzem Himmel an der Küste anzukommen. Habe ich da was falsch verstanden? Sollten die Wolken nicht eigentlich in den Bergen hängen?

ca. 280 Kilometer

Naja, sei es drum. Wir besuchen den Strand und checken die Lage. Bereits die Wellen verraten, dass das mit dem Baden wohl keine so gute Idee ist. Gegen Nachmittag brechen wir zum Fotografieren auf, was mehr oder weniger ins Wasser fällt. Die kommenden zwei Tage verbringen wir fast ausschließlich in unserem Airbnb und sind froh, dass es dort so gemütlich ist.

Den Versuch Durban zu besuchen, haben wir nicht wegen dem schlechten Wetter sein lassen, sondern eher weil wir unser Auto nicht verlassen wollten. Der Ort ist einfach überhaupt nicht einladend gewesen. Falls Du auch mal nicht so viel Glück mit dem Wetter hast, dann können wir Dir das Shopping-Center in Ballito empfehlen. Das indische Restaurant Katmandu hat eine sehr gute Küche. Leider konnten wir die Umgebung aufgrund des Wetters so gut wie gar nicht erkunden. Die Strände in der Nähe sind bei Sonnenschein wunderschön.

Zwischenstop - Santa Lucia

Die ganzen letzten Tage haben wir versucht Südafrika in irgendeine Schublade zu stecken. Es gelang uns aber überhaupt nicht. Das liegt daran, dass dieses Land so vielfältig ist. Man nehme die schönsten Orte anderer Länder und vereine sie zu Südafrika. Ein bisschen Neuseeland, ein bisschen europäische Wälder, Puderzuckerstrand der Karibik et voila.

Nachdem wir die letzten Kilometer auf der Autobahn hinter uns gebracht haben, freuen wir uns auf Landstraße. Die Landschaft hat sich verändert und es wirkt immer afrikanischer. Auf dem Weg zu unserer nächsten Unterkunft beschließen wir spontan nach Santa Lucia zu fahren und die Wetlands zu erkunden. Der Nationalpark ist bekannt für seine Artenvielfalt und hohe Anzahl an Nashörnern. Wenn Du dagegen Santa Lucia im Internet suchst und Dir Bilder anzeigen lässt, steht ein ganz anderes Tier im Vordergrund. Die Nähe zum Fluss nutzen Flusspferde, um in der Nacht durch Santa Lucia und seiner Umgebung zu flanieren. Diese Spezies haben wir zwar nicht gefunden, stattdessen haben sich Nashörner recht schnell die Ehre gegeben. Die Straßen im Park sind recht gut befahrbar und auch die Vegetation hat uns sehr gut gefallen.

Zululand - 2 Nächte

Hluhluwe ist der erste Ort bei dem ich das Gefühl habe, in Afrika angekommen zu sein. Ein reges Treiben herrscht rund um den Supermarkt. An Ständen wird Obst und Gemüse verkauft und links und rechts der Teerstraße ist es trocken und staubig.

Die nächsten beiden Tagen werden wir im Busch verbringen – in der *Zululand Lodge. Wir lassen uns lecker bekochen und fühlen uns wie Ranger auf dem Streifzug durch die Natur. Gerade mal 9 Safari-Zelte stehen weit verteilt in der Anlage. Gegessen wird mit allen Gästen zusammen an einem großen Tisch und Alkohol oder Softdrinks sind selbst mitzubringen. Zebras wecken uns bereits um fünf Uhr, da das Gras hinter unserem Zelt besonders saftig ist. Mit Frank haben wir einen tollen Buschwalk am frühen Morgen gemacht, den wir zu zweit am späten Nachmittag nochmals fortführen. Kurz gesagt: Wir haben einen wundervollen Aufenthalt und stellen wieder fest, wie vielfältig wir die letzten Tage verbracht haben.

ca. 240 Kilometer

Stopover kurz vor dem Swaziland/Eswatini

Lange haben wir die Karte studiert, ob wir durch Swaziland (was seit 2018 offiziell Eswatini heißt) durchfahren wollen oder doch lieber außen an der Grenze entlang. Wir haben uns für Ersteres entschieden. Die Strecke vom Hluhluwe aus wollten wir aber nicht komplett auf einmal fahren. So kam es, dass ich eine Farm ganz in der Nähe von Pongola gefunden habe, die super schöne Zimmer anbietet. Abseits des Farmhauses stehen verschiedene Steinhäuschen. 

ca. 100 Kilometer

Auf dem Gelände leben vor Allem Nyalas, Impalas und Warzenscheine. Allerdings findest Du mit etwas Glück auf Deinen Spaziergängen auch Büffel. Wobei Du hier schon aufpassen solltest, diesen nicht zu Nahe zu kommen. Der Leopard, der sich auf dem Gelände rumtreibt, wurde im letzten halben Jahr nicht gesehen. Die einzige Katze, die wir zu Gesicht bekommen haben, hat sich in Sekunden in unserer Herz geschossen.

Eine Nacht war, in Anbetracht des endlichen Urlaubs, in Ordnung für uns. Hätten wir mehr Zeit gehabt, wären wir auch noch länger geblieben. Karen und Cobus sind tolle Gastgeber und wir konnten uns in deren Metzgerei mit Fleisch für den kommenden Abend eindecken. 

Swaziland - 1 Nacht

Eine Aussage über Swaziland zu treffen, fällt mir wirklich schwer. Für uns war es die beste Lösung Südafrika in Richtung Krüger senkrecht nach oben (in nördliche Richtung) zu verlassen. Es ist der kürzeste Weg, wenn man aber die Ein- und Ausreise und die 40 Kilometer Baustelle mitrechnet, ist es nicht die schnellste Strecke. Es lohnt sich auf keinen Fall, wenn Du das Land nur zum Transit verwenden möchtest. Die Landschaft ist geprägt von Zuckerrohrplantagen und nicht sehr abwechslungsreich. Das Highlight war für uns der Hlane-Nationalpark. Er ist sehr ursprünglich und wenig besucht. Die Selbstfahrer-Pirschfahrten sind total entspannt und das Ndlovu-Camp nur durch einen “Pseudo-Elektrozaun” getrennt. Etwas merkwürdig war allerdings das Abgasrohr für den gasbetriebenen Kühlschrank in unserem Bungalow. Beim nächstem Mal würde ich darauf gerne verzichten.

ca. 200 Kilometer

Wir hatten ein wundervollen Early-Morning-Game-Drive mit Löwensichtung und durften eine Herde Nashörner eine halbe Stunde lang beobachten, wie sie um unserer Auto grasten. Das sind Momente, die Geschenke Gottes sind!

Marloth Park - 1 Nacht

Bei meiner Recherche nach Unterkünften in der Nähe des Krüger Nationalparks, bin ich auf das *Jackalberry Ridge gestoßen. Sofort war ich begeistert. Du wohnst in Safari-Zelten und das zu einem Spot-Preis. Die ganze Anlage ist für Selbstverpfleger und liegt direkt zwischen Lionspruit Game Reserve und dem Krüger Nationalpark. Der Marloth Park ist wie ein riesengroßes Feriendorf mit kleinen Anlagen und Privaten Wochenendhäusern. An der Parkgrenze verläuft der Crocodile-River, an dem man zum Sundowner Tiere beim Trinken beobachten kann. Überall in der Anlage beobachten Dich Augen. Und so kann es schon mal sein, dass Dich zum Frühstück eine Rotte Warzenschweine besuchen kommt.

ca. 140 Kilometer

Die tierischen Begegnungen bei unserem Aufenthalt haben wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen. Und das lag sicherlich nicht an dem Nyala was mir ein bisschen zu nahe kam, nein, es war auch nicht das zuckersüße Bushbaby über das ich mich so gefreut habe. Es war die Begegnung mit einer Spezies, die selbst der Einheimische nicht gerne zu Gesicht bekommt. Nach unserer Entdeckung und die Meldung über unsere vermutliche Sichtung, waren innerhalb von Minuten sowohl ein Spezialist, als auch das komplette Management der Anlage bei unserem Zelt. Raik wollte die Treppe hochsteigen zu unserem Schlafzimmer und entdeckte durch Zufall eine Schlange. Sehr unsicher darüber, ging er die Treppe wieder nach unten, um mich zu rufen. Gemeinsam inspizierten wir seinen Fund. Kurz vorher hatte ich mir noch die Lodgemappe angeschaut und auch die verschiedenen giftigen Tierarten, die darin aufgeführt waren. Mit ziemlicher Sicherheit war das eine Schwarze Mamba, wenn auch nicht ausgewachsen. Das Gift dieser Schlange kann einem Erwachsenen Menschen in 20 Minuten den Tod bringen. Wie wir erfahren haben, ist das Gift einer Jungschlange nicht weniger toxisch.

Wahrscheinlich hätte sie Raik nichts getan, aber alleine der Sachverhalt, dass in 20 Minuten nie und nimmer ein Krankenhaus in der Nähe gewesen wäre, mussten wir unser Glück nicht herausfordern.

Der nächtliche Toilettengang die Treppe hinunter bis zu unserem Bad, war trotz Stirnlampe und “Müdigkeits-Chillmodus” doch recht aufregend.

Dieses Erlebnis konnte uns aber nicht davon abbringen, dass wir gerne noch ein paar Nächte geblieben wären und uns auch gerne das nahe gelegene Game-Reserve angeschaut hätten.

 

Krüger Nationalpark - 2 Nächte

Am nächsten Morgen, machen wir uns dann recht früh los, um über die Crocodile-Bridge in den Krüger zu fahren.

Eine recht abenteuerliche Brücke führt über den gleichnamigen Crocodile-River zum Parkeingang. Anders als in vielen anderen Parks, zahlen wir unseren Eintritt erst in unserer Unterkunft und erhalten dann ein Ausfahrticket.

Im gleichnamigen Shop, der auch zu einem Camp gehört, decken wir uns nochmals mit einem Schuss Koffein ein und kaufen die “Krüger-Karte”. Ich kann euch diese nur empfehlen. Neben den vielen Strecken und Aussichtspunkten, werden die einzelnen Abschnitte mit Kilometerangaben versehen. Dadurch erfährst Du etwas über die einzelnen Camps und kannst Deine eigene Sichtungsliste erstellen.

ca. 150 Kilometer

Ursprünglich hätte ich gerne in unterschiedlichen Camps übernachtet. Im Nachhinein war ich froh, dass ich zwei Nächte an der gleichen Stelle blieb. Obwohl die Camps alle staatlich sind, war ich doch positiv überrascht, im Vergleich zu anderen Ländern, die wir besucht haben. Wir haben im Satara einen Bungalow mit Küche gemietet und konnten uns so sehr gut selbst verpflegen. Im März öffnen die Parks bzw. Camps ihre Tore um 05:30 Uhr und dann ist man mittags schon mal froh ein Bett anstelle eines Autositzes zu haben. 

Ob Picknikstop mit Restaurant oder Camp, überall hängen Tafeln, auf denen man seine Position der Sichtung mittels farbigen Magneten auf dem Karte markieren kann. Es wurden Löwen, Leoparden und Wildhunde an den unterschiedlichsten Flecken markiert. Wir wussten zwar wo wir hin mussten, aber die Tiere wussten auch ganz genau, wie sie sich vor uns verstecken können. Das ist eben NATUR!

Auch hier müssen wir sagen, dass wir locker eine Woche hätten bleiben können. So ist die Chance auf Sichtung höher und durch die unterschiedliche Lage der Camps, ist landschaftliche Abwechslung geboten.

 

Muweti Bush Lodge - 1 oder doch 2 Nächte

Du fragst Dich, was ich Dir damit sagen will. Diese Lodge hatte ich als Erste bei meiner Recherche entdeckt und wusste, dass ich meinem kompletten Urlaub danach richten werde. 

Wir haben den Park aus dem Orpen Gate verlassen und sind nun im Grietje Game Reserve angekommen, was wiederum im Balule Game Reserve liegt. Heute ist der Tag, an dem wir nach zwei Wochen das erste Mal richtig unser Auto auf Herz und Nieren testen dürfen. Aus einer anfänglichen Teerstraße wird recht schnell Sandpiste und hier und da mal ein paar Spurrillen und Schlaglöchern. Mit Geduld und Zeit gar kein Problem. Wir halten uns an die Beschreibung auf der Karte, die uns der Ranger am Eingang überreicht hat. Bereits von Weitem sehen wir diesen Anstieg. Das alleine ist nicht das Problem. Die Strecke fällt seitlich ab und hat tiefe Spuren, die die Gefahr birgen aufzusetzen. Bin ich froh, dass Raik fährt. Mit Anlauf, durchdrehenden Rädern, Steinen die den Unterboden peelen und ganz, ganz viel Staub, kommen wir oben an. Ich bin gespannt, ob noch alles am rechten Fleck sitzt.

ca. 180 Kilometer

Ein letztes Schild und wir kommen in der *Muweti Bush Lodge an und werden auch schon erwartet. Zu Anfang war ich über die Art der Langsamkeit in Hardus´ Worten etwas irritiert, doch habe ich schnell gemerkt, dass er absolut liebt was er tut und jede Sekunde seines Seins genießt. Mit größtem Respekt der Natur gegenüber zeigt er uns unser Zelt, erklärt uns, dass wir im Dunkeln nicht auf unserer Veranda sitzen und alle Lichter löschen sollen. Wollen wir doch niemanden im Dunkeln anlocken…

Ganz nach dem Motto von Guns n´ Roses: “You are in the jungle baby, you gonna die.”

 

Sekunde für Sekunde vergeht und es steigt ein seltsames Gefühl in mir hoch. Was hat das zu bedeuten? Soll ich mit Raik darüber sprechen? Ich MUSS. Es sind 10 Minuten seit unserer Ankunft vergangen und das Gefühl bei der Buchung irgendwann im Dezember, bestätigt sich gerade. Ich habe das absolute Verlangen diese Lodge nicht nach einer Nacht verlassen zu wollen. Alles möchte ich in Bewegung setzen etwas länger zu bleiben. Obwohl die nächste Unterkunft bereits bezahlt ist, brauche ich nicht lange um Raik davon zu überzeugen, dass wir Mike, den Besitzer fragen, ob er für die nächste Nacht noch ein Zimmer hat. Auf unserem Sundowner-Drive erfahren wir durch einen anderen Gast, dass es auf der Panorama-Route Streiks gibt und die Sehenswürdigkeiten zum Teil geschlossen sind. Nennt man das Fügung? Morgen wollten wir in diese Richtung aufbrechen, aber lohnt es sich dann überhaupt?!

Wir erfahren, dass die Lodge den nächsten Tag belegt ist, wir aber sehr willkommen sind in dem “Self-Catering-Cottage” zu übernachten. Selbstverständlich können wir alle Annehmlichkeiten der Lodge in Anspruch nehmen. Ich bin glücklich! Das gemeinsamen Abendessen mit den Besitzern, den Guides und den anderen Gästen an einem großen Tisch, macht diesen Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis.

 

Hast Du schon einmal einen schlafenden Elefanten gesehen?

Panorama Route - dann doch nur 1 Nacht

Mit einem schweren Herzen, aber glücklich das Richtige getan zu haben, verlassen wir das Game Reserve und steuern in die Berge zu spektakulären Aussichten.

Noch immer sind die Streiks im Gange, doch wir haben Glück und können die “Three Rondavels” ohne Eintritt zu zahlen, besuchen und fotografieren. Die Tore sind offen, es ist kein Personal sichtbar und lediglich ein paar Händler bieten ihre Waren an. Spätestens auf den sanitären Anlagen macht sich das Desaster des Streiks bemerkbar. Ich drehe einfach um und genieße den Ausblick auf eine atemberaubenden Landschaft. 

ca. 170 Kilometer

Heute Nacht schlafen wir etwas außerhalb von Graskop in der *Thaba Tsweni Lodge&Safaris. Ein kleines Reihenhaus-Cottage im englischen Stil mit drei Kampfschmuse-Wachhunde. Aufgrund der nun geringeren Zeit steuern wir nur die wichtigsten Aussichtspunkte an und können nicht wandern gehen.

Wir nutzen die Nähe zu dem bekannten Ort Graskop, um unsere Vorräte fürs Abendessen aufzufüllen und nehmen noch einen kurzen Mittagssnack in einem der Cafés ein.

Die ursprünglich geplanten zwei Nächte sind sicherlich die richtige Wahl gewesen, um mit Zeit etwas mehr zu erkunden.

 

Sicherheitsnacht in Johannesburg

Die letzte Nacht eines so ereignisreichen Urlaubs in einer großen Stadt zu verbringen, machen wir nur, um die Sicherheit zu haben, dass wir auch den Flieger erreichen. Eine Autopanne, ein Überfall, es passiert etwas Unvorhersehbares und Du bekommst den Flieger nicht, obwohl er am späten Abend erst losgeht. 

Die Fahrt von der Panoramaroute bis zum Hotel Birchwood hat etwa fünfeinhalb Stunden mit Pause und Tanken gedauert. Unterwegs haben wir bei Millys sehr gut zu Mittag gegessen und hatten eine recht entspannte Fahrt, obwohl das Internet voller warnenden Hinweise zwecks Anfahrt zum Flughafen ist. Das Hotel liegt ca. 15 Autominuten vom Flughafen und 5 Minuten von Einkaufszentren entfernt. Den Nachmittag nutzen wir, um unsere Koffer zu sortieren, den Outdoor-Laden in der Nähe unsicher zu machen und am Pool etwas abzuhängen. Das ist der Vorteil eines Business-Hotels; Du hast den Pool für Dich alleine.

ca. 390 Kilometer

Am letzten Morgen fragen wir noch nach einem Late-Check-Out was mit einem gesalzenen Preis auch möglich war. Das ist uns jetzt auch egal und so können wir uns ganz entspannt am Nachmittag zum Flughafen aufmachen.

Wenn Du Dir noch die Stadt anschauen möchtest, solltest Du ein Hotel etwas näher am Zentrum wählen. Wir hätten etwa eine halbe Stunde zum Museum gehabt.

Nach 17 Tagen Urlaub geht es nun glücklich über die wundervollen Erlebnisse wieder zurück nach Deutschland. Wir haben ca. 3300 Kilometer ohne Vorkommnisse, wie Reifenpanne, Überfall o.ä., hinter uns gebracht. Südafrika ist ein sehr vielseitiges Land mit sehr, sehr vielen netten Menschen. Menschen, die Dir bereits nach 5 Minuten das Gefühl vermitteln zur Familie zu gehören und sich ewig zu kennen. Diese Gastfreundschaft ist ein Teil des Afrika-Fiebers und ich finde, dass sich dieses Fieber gerne wie ein Virus ausbreiten darf…



Hast Du auch schon mal Südafrika besucht und hast noch einen Tip für uns, dann schreibe es in die Kommentare. Genauso freuen wir uns, wenn Du hilfreiche Tipps für Deine Routenplanung gefunden hast.


Du willst mehr von Afrika lesen? Schau mal. Hier gibt es noch ein paar Berichte und Fotos:

2 Replies to “Reiseroute”

  1. Liebe Evelyn,

    Danke für Deinen spannenden Bericht. Leider hat Corona meine Reisepläne für Südafrika erst mal auf Eis gelegt. Ich hoffe, dass man bald wieder fliegen kann und dann nicht sofort für 14 Tage in Quarantäne muss. Aber dieses Jahr wird es wohl nichts mehr werden. Vielleicht dann in 2021, die Hoffnung jedenfalls ist groß. Und solange halte ich meine Sehnsucht mit Berichten wie Deinem hoch. 🙂

    Viele Grüße
    Pia

    1. Liebe Pia,
      beim Reisen ist im Moment wohl die Zeit davor das große Abenteuer. Ich drücke Dir die Daumen, dass es bald klappt. Südafrika ist einfach wundervoll. Liebenswerte Menschen und grandiose Landschaften.

      Schöne Grüße
      Evelyn

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