Restauration die Zweite – Außen

Restauration die Zweite – Außen

Es ist mittlerweile Mitte Januar, die Temperaturen und der Niederschlag laden so überhaupt nicht ein an die frische Luft zu gehen. Ich beschließe an das vorerst letzte Projekt im inneren unserer Kabine, zu gehen. Der Wandbelag unseres Bades muss weichen. 

GEHT DAS GUT?

Nachdem wir letztes Jahr festgestellt haben, dass unser Wandaufbau quasi völlig ruiniert ist, gehe ich mit etwas Bauchweh an die Arbeit. Stück für Stück ziehe ich den alten PVC ab und hoffe, dass mich nicht der nächste Wasserschaden wie ein Schlag trifft. Erstaunlicherweise geht es schnell von der Hand und die trockenen Wände motivieren mich umso mehr.

Bad Wandbelag entfernen, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden
Bad Wandbelag entfernt, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden

RÜCKSCHLAG

Teil 1 ist geschafft. Seit Tagen regnet es mal wieder und mit richtig gutem Gefühl schaue ich nicht in meinen Vorgarten auf die Wohnkabine. Es schwingt ein komisches Gefühl mit und irgendwie traue ich der Sache noch immer nicht. Ich glaube, jeder der einmal einen Wasserschaden in seinem Wohnmobil hatte, wird bei Starkregen immer wieder innerlich zusammenzucken.

Raik scheint es wie mir zu gehen und er kann es nicht lassen, regelmäßig die Kabine auf Trockenheit zu überprüfen. Und wie es sein muss, wird er irgendwann doch fündig. Im letzten Jahr hatten wir bereits Wasser im Alkoven und haben auf die restliche Klebearbeiten im Innenraum und Dekorschicht verzichtet. Was sich jetzt als richtige Entscheidung erweist, stellt uns nun vor neue Herausforderungen. Wo verdammt nochmal kommt diese Feuchtigkeit her? Die Seitenschalen im Alkoven waren noch nicht verschlossen und es stand Wasser darunter. Wer die letzten Beiträge verfolgt hat wird gelesen haben, dass Raik bereits Außen alle verdächtigen Wassereintrittstellen verschlossen bzw. abgedichtet hat.

Alkoven neu verklebt, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden

DER HIMMEL SCHICKT UNS HILFE

Nach einem kurzen Hilferuf in sozialen Netzwerken konnten wir über einen Bekannten eine Halle finden, in der wir unsere Kabine trocken unterstellen konnten und mit unseren Arbeiten begonnen haben. Normalerweise sind Reparaturarbeiten nur im kleinen Umfang möglich und wir hatten ja auch nicht vor, eine neue Großbaustelle zu haben. Die Halle dient zur Überwinterung anderer Wohnmobile und Boote, da ist Schleifstaub und Farbe nicht sehr willkommen.

Aber wie es so ist, kommt es anders. Dem eigentlichen Plan die Wassereintrittstelle zu finden, folgte die Entscheidung (nachdem die ersten Folien und Dichtleisten entfernt waren) alle Dichtleisten zu entfernen und die Kabine nun doch zu streichen. Als wir die Kederleisten aus den Schienen entfernt haben, merkten wir, dass viele Schrauben verrostet und zum Teil nur mit schwerem Gerät rauszudrehen waren. Somit konnte jede Schraube eine Eintrittsstelle sein. Hätten wir vorher gewusst was uns erwartet…

NUR KEINE ANGST DRECKIG ZU WERDEN

Die Dichtleisten waren recht schnell entfernt. Darunter kam dann ein Gemisch von alten und neuem Dekaseal oder irgendeiner anderen Dichtmasse zum Vorschein. Umso älter das Material war, um so besser lies es sich gegen sich selbst abtupfen. An manchen Stelle wiederum kam ich nur langsam voran. Stellenweise sind mir die Finger so zusammengeklebt, dass das Arbeiten kaum noch möglich war. Es fühlte sich an wie Teer. Mit Spachtel und Reinigungsmittel wie Silikonentferner und Aceton haben wir zum Schluss doch den Kampf gewonnen.

Dekaseal an den Händen, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden
Ja, man hätte mit Handschuhen arbeiten könnte. Hätte!

HABEN WIR UNSERE EINTRITTSSTELLEN GEFUNDEN?

Die Außentemperatur bewegt sich noch immer zwischen -5°C und 0°C und unsere Halle ist nicht beheizt. Mit Einsatz der Heizung in der Kabine, Luftentfeuchter und unterlegen der Nassstellen mit Tüchern versuchen wir, während wir von Außen weiter schuften, die Zeit zu nutzen auch Innen die Feuchtigkeit loszuwerden.

Mit punktuellen ausgerichteten Heizstrahlern erwärmen wir die bekannte Tischer-Logo-Klebefolie, die bereits mehrere Male mit verschiedenen Farben überlackiert wurde. Raik muss sich nun auch wieder von seinen Nashörnern trennen. Unter den vielen Lackschichten entdecken wir bereits Schadstellen, die versucht wurden zu reparieren. Die Seitenschalen des Alkovens sind auf GFK-Basis, die durch die Sonneneinstrahlung spröde geworden sind. Eine Vielzahl kleinster Risse überziehen den kompletten Topcoat. Die restliche Kabine und der mittlere Teil des Alkovens (Stelle an der die Nashörner aufgeklebt sind) wurden aus Alu gefertigt. Das GFK ist am Übergang an zwei Stelle ausgebrochen. Ich glaube nun haben wir so einige Möglichkeiten gefunden, in der das Wasser eingedrungen sein kann..

ALLES AUF RISIKO

Wer sich mit Tischer Wohnkabinen auseinander gesetzt hat, kennt bei den alten Modellen den “Zusatzspoiler” unterhalb des Alkoven. Die Führerhäuser der alten Pickups waren früher viel niedriger, um trotzdem genügend Stehhöhe in der Kabine zu bekommen, wurde der große Abstand zwischen Oberkante Fahrerhaus und Unterkante Alkoven mit den Windabweiser überbrückt. Außerdem gibt der Zusatzkasten auch mehr Stabilität zum Alkoven. Wäre dieser nicht gewesen, wäre der Schaden am Alkoven durch den Wassereintritt vielleicht sogar größer. Lange haben wir diskutiert, ob wir den Kasten entfernen. Zum Einen hatten wir Angst, um die Stabilität und zum Anderen hatten wir Angst, wenn wir ihn nicht entfernen, dass das Wasserproblem noch immer nicht gelöst ist. Wir wussten ja nicht wie es darunter aussieht. Mit Unterstützung von Christoph haben wir uns dazu entschieden, alles auf Risiko zu setzen. Meine Hoffnung ist den Unterbau zwischen Pickup-Ladefläche und Wohnkabine niedriger zu gestalten. Die meisten Wohnkabine stehen nicht direkt auf der Ladefläche und müssen in irgendeiner Art unterfüttert werden. Wenn unsere Unterfütterung niedriger wird, kommt alles ein wenig nach unten und die Kombination ist windschnittiger, nicht mehr so kopflastig und vor Allem nicht mehr so hoch. Vielleicht sparen wir auch noch minimal Gewicht – jedes Kilo ist Gold wert.

Schienen und Dekaseal sind weg, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden
VORHER - MIT SPOILER
Alkoven, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden
NACHHER - DER SPOILER IST WEG
alter Zusatzspoiler, alte Kleber, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden
VORHER
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NACHHER

ERSTE SCHÖNHEITSREPARATUREN

Nachdem nun alle Klebe- und Dichtmittelreste von der Kabine entfernt sind, geht es ans ausbessern. Mit *Alu-Spachtel haben wir zum Teil Löcher geschlossen bzw. Dellen durch Gebrauchsspuren versucht auszugleichen. Normalerweise ist Alu-Spachtel bei deutlich höheren Temperaturen zu verarbeiten, da wir aber noch immer materialunwürdige Temperaturen haben und uns die Zeit im Nacken sitzt, müssen wir uns behelfen und haben mit Baustrahlen und Fön die Stellen vorgewärmt und im Anschluss bearbeitet. Sicherlich nicht die handwerklich korrekte Art, aber wir hatten keine Option. In dem Zustand ohne stabilisierenden Dichtleisten und ohne Dichtfugen wollten wir die Kabine nicht mehr transportieren. Und eine beheizte Halle zu finden, wäre die nächste Herausforderung. Es funktioniert deutlich besser als erwartet. Während ich Alu spachtele, nutzt Raik die Zeit und kümmert sich um die Toiletten-Serviceklappe. Beim Ausbau, um sie später zu streichen und wieder abzudichten, ist Raik eine Stelle aufgefallen, an der das Konstruktionsholz nicht mehr optimal aussah. Es kam dabei etwas “Torf” zum Vorschein, eine kleine Delle an einer Dichtleiste war die EIntrittsstelle für Wasser. Aber zum Glück nichts wildes. Und da wir schon mal dabei waren…

Außenhaut mit Alu gespachtelt, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden
Serviceklappe, Holz morsch, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden
Holz entfernt, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden

FREUD UND LEID LIEGEN NAH BEIEINANDER

Freud und Leid geben sich mal wieder die Hand. An einem Arbeitsabend stellt sich Stolz ein, wenn man sieht was man mal wieder Stunde für Stunde oder sogar Tag für Tag geleistet hat. Am nächsten Morgen sieht die Sache meist anders aus. Beim Öffnen der Hallentür und dem Lichteinfall direkt auf die Kabine durchströmen einem kleinste Blitzschläge. Aber es gibt kein zurück mehr. Die Arbeit im letzten Jahr und die Arbeit, die man nun schon wieder investiert hat, kann man nicht einfach über den Haufen werfen.

LAMINIEREN DIE ERSTE

Die Außenseite ist nun gespachtelt und könnte geschliffen und grundiert werden, aber die Temperaturen lassen es im Moment auf keinen Fall zu. So widmen wir uns nun dem Alkoven von innen. Zu Anfang hatten wir in den seitlichen Schalen das nasse Styrodur mühsam herausgekratzt, um die Fläche austrocknen zu lassen. Umso mehr ich im Internet über nasse Alkoven gelesen habe, umso mehr habe ich Bammel vor der Instabilität des GFKs. Die meisten Boote sind aus GFK und in den Foren kann man sich viel vom Gelesenen ableiten. Dort habe ich einiges von instabilen Rümpfen gelesen. Nun fehlt auch noch die Stabilität durch den Spoiler darunter. Ich beschließe, dass ich noch ein paar Lagen Glasfasermatten laminiere, bevor ich erneut Styrodur einklebe. Ich hoffe damit den Boden zu versteifen. Gelernt habe ich, dass man Epoxidharz auf *Polyesterharz auftragen kann, aber nicht umgekehrt. Dies verträgt sich nicht und geht keine Bindung ein. Dann hoffen wir mal, dass es problemlos klappt.

Alkoven laminieren, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden
Alkoven laminieren, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden

SPACHTELN UND SCHLEIFEN

Als das Wetter nun endlich wieder mitspielt, können wir uns den Rissen im Alkoven widmen. Wie uns die Bootsfahrer in der Stellhalle einstimmig versichert haben, ist es äußerst wichtig konstante Temperaturen beim Verarbeiten von Harzen zu haben. Haben wir natürlich nicht… Raik beginnt damit die Risse mit einem Dremel V-förmig aufzufräsen, reinigt die Fläche anschließend, um sie dann mit GFK-Spachtelmasse wieder zu verschließen. Wir versuchen die Temperatur mit einem großen Heizstrahler bei sinkenden Außentemperaturen konstant zu halten. Es ist sicherlich nicht professionell, aber es hat letztendlich funktioniert.

Varipox Plamuur, Spachtelmasse, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden

Lange haben wir überlegt, was wir mit der gelösten Außenhaut am Alkoven machen. Durch den Eintritt von Wasser und auch Bestrahlung durch die Sonne, hat sich das GFK von dem Styrodur gelöst. Sichtbar wird das Ganze, in dem die Außenhaut große Wellen wirft. Da das Laminieren im Inneren recht gut funktioniert hat und wir sowieso eine Stelle mit Matten verstärken müssen, haben wir einige Löcher in die Außenhaut gebohrt, um Caravankleber einzufüllen und die beiden Flächen wieder miteinander zu verkleben.

Lock im GFK, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden
Schrauben wurde vom Vorbesitzer wild ins GFK gebohrt - hier ist eine Verstärkung notwendig
GFK neu laminieren, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden
unter Druck verkleben, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden
Alkoven neu verklebt, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden
Auf diese Fläche wurden mehrere Lagen Glasfasermatten laminiert. Erst nach dem Aushärten haben wir die grüne Spachtelmasse zum Ebnen aufgetragen (siehe nächstes Foto).
gespachtelt, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden
GFK Spachtelmasse, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden
Im Anschluss wird das Ganze glatt geschliffen

1. SCHICHT - SCHLEIFFÜLLER

Während nun alle Schadstellen im GFK durchtrocknen, kann endlich mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Da das Alu noch immer leichte Kratzer und Dellen hat, beginnen wir mit einem *Schleiffüller (Härter nicht vergessen). Diesen haben wir mit einer Farbrolle aufgetragen und durchtrocknen lassen. Es ist unfassbar wie toll eine gleichmäßige Farbe aussieht und welch wundervollen Gefühle damit ausgelöst werden;) 

Acryfiller, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden
das Mischverhältniss ist sehr wichtig
Tür torgrundiert, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden
Grundierung die Erste, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden
Heizstrahler, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden

Das Restaurieren lässt uns zu multiplen Problemlösern werden. Es greifen tausend Dinge ineinander und müssen theoretisch gleichzeitig gemanagt werden. Da wir es beim Entfernen der Dichtleisten nicht geschafft haben nur eine Einzig heile zu lassen, sind wir seit Wochen auf der Suche nach passendem Ersatzmaterial. Es gestaltet sich schwieriger als gedacht. Unzählige Telefonate und Mails mit Campingausstatter, die sich teilweise nicht mal zurückgemeldet haben, haben uns wirklich viel Zeit und vor allem Nerven gekostet. Letztendlich haben wir uns nun dafür entschieden die Leisten bei Tischer direkt zu beziehen und sie (wozu hat man denn so ein Auto) direkt abzuholen. Seit 1995 hat sich am Markt einiges geändert und so bekommen wir nicht mehr die gleichen Leisten, die montiert waren.

HAND IN HAND

Während Raik bei Tischer in Kreuzwertheim die Leisten geholt hat, habe ich derweil den getrockneten Schleiffüller geschliffen. In Zeiten von C***na hat man wenigsten immer eine Maske rumliegen, wenn sie auch für diesen Zweck nicht das beste Hilfsmittel ist.

Grundierung schleifen, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden

Es ist doch unglaublich was ein Grundierfüller alles so leistet. Noch eben vorhandene Kratzer, sind im Nu verschwunden. Trotzdem ist das Auftragen von Grundierung und anschließender Lackierung absolutes Neuland für uns, was das Ganze sehr spannend macht. Auf keinen Fall wollen wir, dass das Endergebnis sofort erkennbar zeigt, dass es mal wieder zwei “Laien” versucht haben. Wir wollen den Lack aufrollen und nicht spritzen. Da in der Halle Fahrzeuge mit unbezahlbarem Wert stehen, können wir auf keinen Fall einen Spritzlack verwenden. In Angesicht welch Desaster wir mit unserer Kabine schon erlebt haben und nicht wissen was die Zukunft bringt, wollen wir das Geld für einen Fachmann sparen. Wir versuchen also unser Glück. Mal sehen, ob es am falschen Ende gespart ist. 

Grundierung, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden
am Alkoven ist die erste Schicht Lack aufgetragen - die senkrechte Wand darunter zeigt die angeschliffene Grundierung

Bevor die zweite Schicht Lack aufgetragen wird, will Raik alle Nähte mit *Sikkaflex 221 abdichten, so dass diese bei der zweiten Schicht mitgestrichen werden können und nicht mehr so stark sichtbar sind.

ES GEHT INNEN WEITER

Enspurt. Die zweite Schicht Lack konnte nach dem Austrocknen und erneutem Schleifen der Ersten aufgetragen werden und schaut echt toll aus. Wir sind gespannt wie es bei Tageslicht wirkt (das difuse Licht der Halle schönt so vieles).

Wir nutzen die Trocknungsphase, um die letzten Arbeiten im Inneren der Kabine zu erledigen. Raik widmet sich dem PC im Bad und ich schaue wie ich die Tapeten in den Alkoven bekommen. “Tapete?” fragst Du Dich? Ja, nach langem Hin und Her, haben wir uns dafür entschieden und hoffen, dass es hält. Wir wollten die Schicht darunter atmungsaktiv belassen (also schied PC aus), es sollte einigermaßen abwaschbar sein (so kommt Filz nicht in Frage) und es sollte leicht sein.

LETZTE DICHTIGKEITSARBEITEN

Es folgt nun noch einmal Fleißarbeit, um unsere getane Arbeit nicht kurz vorm Ende zu ruinieren. Die Dichtschienen/Kederleisten werden aufgeklebt. Anschließend bohren wir vorsichtig die vordefinierten Löcher durch. Die Schrauben werden vor dem Eindrehen in *Dekaseal getaucht, so dass bei jeder kleine Windung der Wassereintriff verhindert wird. Zu guter Letzt werden die Dichtprofile in die Leisten eingesetzt. Hier habe ich einen tollen Trick bei YouTube gefunden. Nehmt eine Spritztülle und schneidet die Spitze vorn noch etwas ab. Bitte nicht zu viel. Das Dichtband schiebt ihr durch und es soll sich dabei leicht krümmen. So könnt ihr es perfekt in die Alu-Dichtleiste einziehen.

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ZUSATZENERGIE - SOLAR

Wir haben die Kabine bereits mit einem 80Wp Solarpanel gekauft, wollten jedoch die Leistung noch verbessern. Auch war die ursprüngliche Positon nicht perfekt und die Kabelverlegung zum Haareraufen. Nur einen kurzen Auszug: In die Außenwand vom Bad wurde ein etwa 5cm großes Loch gebohrt, um das Solar-Kabel durchzuführen. Außen saß eine Verteilerdose aus der Hausinstallation, vollgepampt mit Dekaseal. Die Verkabelung  innen lief quer durchs Bad…

Raik überlegte, wie er es nun besser machen kann. Das Panel war vorher schräg montiert. Die Grundidee fanden wir nicht schlecht. Wir entschieden uns die Paneele auf Aluprofile unterlüftet, aufs Dach zu setzen. Leider ist der Platz dort nicht sehr groß und somit ist die Größe der möglichen Panels und die damit verbundene Leistung limitiert. Für das Neue bastelte Raik eine Konstruktion, so dass wir es im 45° Winkel aufstellen können, um somit bei tiefstehender Sonne mehr Leistung zu erzielen.

Verkabelung, der alten Solaranlage, Tischer Wohnkabine 260S, Restaurierung, Reiseblog, Reiseberichte, Isuzu D-Max, Wasserschaden

STOLZ BEENDEN WIR UNSERE ARBEIT

Es ist vollbracht. Etwa 8 Wochen, ca. 6 Arbeitsstunden pro Tag und das meist zu Zweit, liegen hinter uns und wir können endlich die Halle verlassen. Ob unser Muffbunker nun endlich trocken ist oder seinem Namen weiterhin alle Ehre macht, werden wir sicherlich bald erfahren.

MIT EINEM WOHNMOBIL WIRD ES NICHT LANGWEILIG

Als wir dann zu Hause waren, wurde die Zeit genutzt die Polster neu zu beziehen. Raik konnte es nicht sein lassen, einen neuen Tisch für die “Outdoorküche” zu bauen. Dazu wurden neue Airlineschienen aufgeklebt und die Halterungen für den Tisch aus Baumarktmaterial selbt gebaut. Frei nach dem Motto, was es nicht gibt, wird eben gebaut. Ebenso ergab sich unter dem Alkoven, hinter dem Fahrerhaus noch ein Restplatz für die neue Befestigung der Kabinenstützen. Airlineschienen verklebt und Halter wurden aus Aluprofilen gebastelt. Das hält nun seit über 5000km und hat sich somit bewährt.

Wir haben um den unteren Halter des Tischfußes noch ein Podest als zusätzlichen Stauraum gebaut und den alten, grauen Kabinenboden mit einem zeitgemäßen, wohnlichen Vinyl-Boden überklebt.

Die Aluprofil halten die Kabinenfüße

WAS WIR ALLES VERARBEITET HABEN

Zum Ende aller Arbeiten wollten wir einfach wissen, was wir alles verbraucht haben. Die folgende Liste hat allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die eine oder andere Tube Kleber ist mit Sicherheit nicht mit drauf, da ein Kassenzettel fehlt. Schrauben, Winkel o.ä. haben wir gar nicht mehr dokumentiert.

  • DEKASEAL 8936     5x

  • DEKASEAL 1512      3x

  • DEKASYL MS-5       1x

  • Caravankleber        18x

  • Sikka 221              4x

  • Sikka 252              1x

  • Montagekleber        1x

  • KZF-Kleber             1x

  • PVC-Silikon             1x

  • PU Kleber               1x

  • PVC- Bodenkleber     1,7kg

  • Aluspachtel            0,2kg

  • Epoxid-Spachtel         1kg

  • Schleiffüller               1 Liter

  • 2-K Grundierung         5kg

  • 2-K Lack matt            5kg

  • Polyesterharz             1 Liter

  • Aceton                    3 Liter

  • Silikonreiniger            2 Liter

  • Kunststoffreiniger        1 Liter

  • Isopropanol               2 Liter



Was meinst Du zu dem Projekt? Hast Du noch ein paar Tipps für uns? Oder hast Du vielleicht Fragen, die Dein Projekt betreffen? Lass ein Kommentar da, wir freuen uns darüber!


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