Wasserschaden in unserer Wohnkabine

Wasserschaden in unserer Wohnkabine

DIE REPARATUR KANN BEGINNEN

Werbung wegen Markennennung – unbezahlt! Mit Schrecken stellen wir fest, dass es uns doch passiert ist. Wir haben den stark gefürchteten Wasserschaden in unserer Wohnkabine nicht umgehen können. Nach kurzer Beratung beschließen wir, auf die Suche zu gehen. Die Augen zu verschließen bringt uns jetzt überhaupt nicht weiter.

WIR MÜSSEN UNS EINEN ÜBERBLICK VERSCHAFFEN

Augen zu und durch. Ich fange an mich langsam vorwärts zu kämpfen und mir einen Überblick über den Wasserschaden zu machen. Vorsichtig ziehe ich an der Deko-Folie, die die Vorbesitzer zur Verschönerung aufgeklebt haben. Sie löst sich einfach ab – zu einfach. Die Wände der Tischer-Kabine sind mit Sperrholz beplankt, die wiederum mit einer abwaschbaren Folie bezogen sind. Teilweise löst sich diese ohne großes Zutun. Spüllappen und Putzeimer müssen weg, ich brauche vernünftiges Werkzeug.

 

DAS AUSMAß IST NOCH IMMER NICHT ERKENNBAR

Mit einem Spachtel bewaffnet arbeite ich mich vorsichtig die Wand entlang. Das zum Vorschein kommende Sperrholz sieht nass aus. Der erste, senkrechte Holzbalken kommt zu Tage. Er ist morsch. Ich bin schockiert, nehme meinen kompletten Mut zusammen und arbeite mich weiter vorwärts.

 

Die leicht verrosteten Köpfe der Einschlagmuttern in der Sitzbank irritieren mich. Eine nächste “Testbohrung” muss gemacht werden. Oh shit, die Sitzbank ist auch nass. Auch hier prüfe ich Stück für Stück, wie weit sich die feuchte Stelle im Holz zieht. Noch gehe ich oberflächlich vor – ich will nicht zu viel kaputt machen.

KURZ VOR DEM NERVENZUSAMMENBRUCH

Jetzt will ich es aber wirklich wissen. Die Wand und die Bank sind nass. Schlimmer kann es nicht werden. Ich prüfe zusätzlich den Alkoven und die Wand hinter der Spüle. Die Stellen, die typisch für Wasserschäden sind. Was ich hier sehe, haut mich um. Unter der beschichteten Sperrholzplatte ist es nass und dampft. Ja, Du hast richtig gehört. Unter der Folie scheint es zu gären. Ich muss hier raus.

 

Raik kommt mir gerade entgegen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Mit Tränen in den Augen und butterweichen Knien stehe ich vor ihm und bekomme kein Wort raus. Ich könnte schreien, aber es geht nicht.

TOTALSCHADEN?

Was haben wir getan? Ja, ursprünglich hatte ich mal den Gedanken einen Kastenwagen auszubauen oder die Wohnkabine selbst zu konstruieren, aber das wollte ich nicht. 

Drei Stunden nach meiner geplanten Putzaktion standen wir vor einem Supergau. An mindestens zwei Wänden muss das Sperrholz erneuert werden, ein Trägerbalken muss auf jeden Fall getauscht werden und das Ausmaß an der Sitzbank können wir noch gar nicht einschätzen. Zwischenzeitlich habe ich ein paar Bilder an den Vorbesitzer geschickt, um herauszufinden, ob dieser Schaden nicht vorher hätte bemerkt werden können. Es ist mittlerweile spät am Abend und wir haben keinen Nerv mehr. Unsere Freude hatten sich angekündigt und wir wollten “Einweihungsparty” feiern. Daraus wurde nichts: Man hätte es “Trauerfeier” nennen können. Aber wir waren froh positiven Zuspruch zu erhalten.

EINE UNRUHIGE NACHT

Du kannst Dir wahrscheinlich vorstellen wie unsere Nacht verlaufen ist?! Unerholt und frustriert werden wir uns heute näher mit den Schäden auseinandersetzen. Als Erstes prüfen wir, wie weit sich das Wasser in der Sitzbank zieht und müssen feststellen, dass die feuchten Stellen auch unter den Kühlschrankumbau und den Kleiderschrank gezogen sind.  Tischer baut diese Schränke auf die Verlängerung der Sitzbank und daran mussten wir jetzt kommen. Erst beim zweiten Blick stellen wir fest, dass die Außenwand des Kühlschrankes mit einer Sperrholzplatte übergeklebt wurde. Wir lösen selbige und stellen fest, dass darunter morsches “Etwas” zum Vorschein kommt. Meine Frustration weicht immer größer werdender Wut. “Und die wollen uns sagen, dass Sie das nicht bemerkt haben!” Der Kühlschrank musste raus, aber wie? Gefühlte Stunden haben wir damit verbracht die letzten beiden Schrauben zu finden, die verdeckt und nicht als solche auszumachen waren. Das Gerät ist raus, der Gasanschluss abgeklemmt und nun muss das Möbel von der Sitzbank runter.

 

BAUSTELLE DIE 100.

Mit mühevoller Kleinstarbeit haben wir den Kleiderschrank losgelöst und ihn von der Sitzbank gezogen. Als wir froh sind endlich an die Sitzfläche zu kommen, stellen wir fest, dass das Möbelstück im Ganzen nicht durch den Eingangsbereich passt. Wenige Zentimeter hindern uns daran, das Möbel zu retten. Es hilft nichts. Da die Teile miteinander verleimt sind, bleibt uns nichts anderes übrig als Sperrmüll daraus zu machen. Aber nun haben wir Platz.

 

Mit der Zeit stellt sich heraus, dass der Wasserschaden sich durch den kompletten Sitzbereich zieht. Ein kleines Stück Hoffnung keimt auf, als wir feststellen, dass die Gaskastentür nicht richtig schließt. Wahrscheinlich ist dies die Eintrittsstelle, von wo aus sich das Wasser sein Weg suchte.

DIE NÄCHSTE ÜBERRASCHUNG

Stück für Stück kämpfen wir uns durch die obere Sperrholzschicht der Sitzbank. Ich denke mir nichts dabei, als mir ein erster Ohrenkneifer über den Weg läuft. Es ist brutal heiß draußen und wir haben alle Fenster offen. Die Feuchtigkeit muss ja irgendwie raus und wir brauchen ein frisches Lüftchen. Als wir die Sperrholzschicht entfernt haben, kommt eine Kombination aus Holzleisten und Styrodur zum Vorschein. Die Holzleisten sind morsch. Noch viel schlimmer ist aber die Invasion der Ohrkneifer, die beim Berühren der Leisten zum Vorschein kommen. Es schüttelt mich und mir fehlen die Worte, meinem Ekel Ausdruck zu verleihen. Hättest Du darin wohnen wollen?

 

Was wollen wir machen, es muss halt eben raus. Stolz auf unsere Leistung müssen wir zum Schluss feststellen, dass auch der Balken, der in der Außenwand für Stabilität sorgt und die Verbindung zur Bank ist, komplett erneuert werden muss.

Ich erinnere mich an ein Video, welches ich im Netz gesehen habe und war, trotz dieses Schocks froh zu wissen, was ich tun muss. Bevor wir da dran kommen, muss aber die Wandverkleidung oberhalb auch weg. 

MÜHSAM ERNÄHRT SICH DAS EICHHÖRNCHEN

Gesagt, getan. An den feuchten Stellen der Wand lassen sich die Sperrholzplatten noch ganz gut entfernen. Je trockener die Wand ist, umso hartnäckiger hält der Kleber. Es muss schwereres Geschütz aufgefahren werden. Unser Multifunktionstool schabt uns nun den Weg frei. Es geht voran, aber die Arme vibrieren noch Stunden später.

 

Jeder, der schon einmal in einer Wohnkabine war weiß, dass es Wohnen auf engem Raum ist. So können wir uns oftmals gar nicht gegenseitig unterstützen, weil wir uns einfach im Weg stehen. Wir wechseln uns an verschiedenen Stellen ab, die Wände von Sperrholz und Styrodur zu befreien. Leider dürfen wir dann auch noch feststellen, dass Aluminium doch nicht so unkaputtbar ist.

 

AUCH ALU HAT SEINE GRENZEN

Nachdem einige Holzbalken entfernt sind stellen wir nun fest, dass sich die Feuchtigkeit bereits auch beim Alublech bemerkbar macht. Die Kabine hat also nicht nur drei Wasserschäden, nein Sie hat auch Lochfraß. “Kann es eigentlich noch schlimmer kommen? Was habe ich getan, dass ich so gestraft werde?”

Alles jammern hilft nicht. So beschränkte sich unser Aufgabenfeld nicht nur dem Inneren der Kabine, jetzt muss auch Hand in Hand von Außen gegengesteuert werden. Dichtungen und Leisten müssen weichen, um Schrauben zu entfernen, die wiederum dem Inneren Stabilität geben.

 

Dabei fällt Raik am Fensterausschnitt ein Riss im Alu auf. Zum Lochfraß muss nun auch noch die Außenhaut geflickt werden. Dieser Riss wurde erst sichtbar, als wir die Aufkleber und Farbstreifen, die der Vorbesitzer als Verschönerung aufgebracht hat, entfernt haben. Er war überstrichen und konnte somit bei der Besichtigung überhaupt nicht auffallen. Leider haben wir es so spät gemerkt, dass wir durch das Entfernen des Styrodurs und drücken von Innen, das Ganze noch verschlimmert haben.

WAS MUSSTEN WIR NOCH ALLES MACHEN?

Um sicherzugehen, dass an anderen Orten kein zusätzliches Wasser eingedrungen ist, haben wir an einigen Stellen die Sperrholzplatten entfernt um zu schauen, wie es dahinter aussieht. 

Dabei war der Bereich der Spüle noch ein großes Fragenzeichen. Das Sperrholz sah schlecht aus. Da laut Vorbesitzer der Warmwasserboiler defekt ist, haben wir Schlimmes befürchtet. Scheinbar war es aber nur der Wasserdampf beim Kochen, der sich in die Wand gezogen hat. Die Balken, die in der Nähe liegen, sind alle trocken. 

Während ich noch mit dem Abriss beschäftigt war nutzte Raik das gute Wetter, um das neue Dachfenster einzubauen. Endlich etwas was klappt, gut aussieht und Fortschritt verrät. Allerdings haben wir, um auf Nummer sicher zu gehen, auch hier großzügig Sperrholz entfernt und Neues eingesetzt.

In Summe haben uns die Abrissarbeiten bis hier hin 14 Tage mit jeweils 6-8 Arbeitsstunden an Zeit gekostet.

WAS FOLGT?

Im nächsten Beitrag werde ich Dir zeigen, wie wir die Reparaturen durchgeführt und langsam die Wohnkabine aufgebaut haben.

EIN GROßES DANKESCHÖN

Bevor wir die Wohnkabine gekauft haben, habe ich viel im Internet gelesen und Informationen gesammelt. Blanke Theorie! Wenn Du das erste Mal vor einem derartigen Desaster stehst, bist Du froh, jemanden zu haben, der Dir positiv zuspricht und auch noch praktische Tipps hat. 

Ein riesiges Dankeschön an unsere Freunde und Nachbarn und ein noch größeres Dankeschön an Christoph! Ohne Deinen Support und Deine Tipps zur Reparatur und Materialien hätten wir wohl unterwegs abgebrochen. Er hat uns immer wieder Mut gemacht, es zu versuchen und nicht auf “gute Ratschläge” wie Anwalt o.ä. zu hören. Es bringt nichts, kostet Geld und Zeit. 

 



Mit diesem Beitrag möchte ich Dir einen Einblick geben, dass der Kauf gebrauchter Wohnkabinen oder -mobile nicht immer problemlos vonstatten geht. Es soll Dir aber auch Mut machen, in so einem Fall nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Beim Bau dieser Wohnkabinen waren auch Menschen am Werk!

 

Konnte ich Dir vielleicht sogar schon helfen oder hast Du einen Tip für uns, dann lass mir einen Kommentar da!


Es geht weiter mit der Reparatur und dem Wiederaufbau. Folgende unseren Beiträgen:

2 Replies to “Wasserschaden in unserer Wohnkabine”

    1. Hallo,
      frag nicht… Bewaffnet mit einem Spachtel haben wir Stück für Stück die Platten vom Styrodur geschabt. Ist eine furchtbare Arbeit – vor Allem wenn der Kleber bombenfest sitzt. Steht Dir auch so etwas bevor?

      Viele Grüße
      Evelyn

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