Die Halbinsel Gargano – von Peschici bis Vieste

Die Halbinsel Gargano – von Peschici bis Vieste

Hell leuchtende Gassen an der Adria


Meine Haare wehen im Wind des heruntergelassenen Seitenfensters meines Fiat Pandas. Die Sonne wärmt meinen Arm und in meiner Nase verspüre ich ein Gemisch aus Meeresluft und Pinien. Ich fahre entlang der Küste, etwas oberhalb des türkisblauen Wassers, vorbei an Olivenhainen und Oleanderbüschen, die den Namen Baum verdient hätten. Ab und an ragt eine Kaktusfeige – voll mit Früchten behangen – in den Weg.

Gestern bin ich in Pescara – Apulien, gelandet und nach ca. 2,5 Stunden Autofahrt in Peschici angekommen. Schon im Landeanflug war zu erkennen, welch ein traumhaftes Reiseziel ich mir ausgesucht hatte. Peschici liegt auf der Halbinsel Gargano, die von einem riesigen Nationalpark umgeben ist. Dieser ist bekannt für seine sehr alten Pinienwälder und lädt zu Wanderungen ein. Außerdem ist die Region auch bekannt für sein Olivenöl. Etwas abseits der Küstenstraße reihen sich Olivenbäume an Olivenbäume. Sehr oft stehen Schilder an der Straße, welche auf den Verkauf von Olivenöl hinweisen.

Parco dei Limoni – hier wird man mit köstlichem Essen verwöhnt

Meine Unterkunft für ganze 5 Nächte ist das Parco dei Limoni, etwas außerhalb von Peschici. Ein kleines Einöd, umgeben von Oliven- und Limettenbäumen und mit Blick auf´s Meer. Antonella und ihre Familie verstehen es, ihre Gäste zu verwöhnen. Dazu in einem anderen Bericht.

Peschici – kleine alte Gässchen mit italienischem Flair

Heute Morgen soll mich mein Weg in die Altstadt von Peschici führen. Die Stadt liegt auf einem 100 Meter hohen Kalksteinfelsen. Die vielen Wächtürme entlang der Küste wurden früher genutzt, um die Stadt vor Piraten zu verteidigen. In den vielen kleinen Gassen reihen sich Souvenirshops neben Eisdielen und wiederum neben Restaurants. Ab und zu führen kleine Seitenwege in noch kleinere Gassen und lassen einen Blick auf das Meer zu. Überall hängt Wäsche an den Fenstern oder Balkonen. Trotz des sehr engen Baustils, hat man nie das Gefühl eingeengt zu sein. Alle Häuser wurden hell angestrichen und so kann die Sonne an den Wänden reflektieren und die engen Straßen aufhellen.

Tagsüber ist die Innenstadt für den Autoverkehr freigegeben. Doch mit dem Dunkelwerden verwandelt sie sich in eine Flaniermeile. Wo heute Morgen noch Autos geparkt haben, stehen nun die Händler und verkaufen Taschen oder Modeschmuck. Nach 20:00 Uhr ist der Verkehr in diesem Bereich stillgelegt. Ganz in der Nähe befindet sich ein Parkplatz (Via case Sparse), der gut zu Fuß erreichbar ist. Der Weg führt vorbei an der familiengeführten Pizzeria La Lanterna. Hier gibt es Pizzen aus dem Holzofen. Einfach gehalten, aber urig, gemütlich und sehr lecker.

Dem Schild Centro folgend, kommt ihr am Rathaus (linker Hand) vorbei. Geht ihr geradeaus weiter die Straße hoch, stoßt ihr auf einen alten Turm. Darin befindet sich eine Bar L´angelo antico da Elia e Lorena. Genau der richtige Ort, um den Abend mit Aperol zu beginnen. Wenn ihr durch den Rundbogen geht, eröffnet sich euch die Welt des Centro Storico mit seinen vielen Lokalen. Was ihr auf jeden Fall probieren solltet, ist die Pasticceria Dolce Peschici in der Via Forno.

Vieste mit seiner kleinen Leuchtturminsel

Der nächste Tag steht im Zeichen von Vieste. Da ich bereits am Meer entlang gefahren bin, möchte ich heute das Hinterland erleben. Nach ca. 10 Minuten Fahrt, fällt mir das extreme Rotbraun der Bäume auf. Ich vermute, dass es hier einmal gebrannt haben muss. Genau datieren lässt es sich nicht, da zwischendrin auch frisches Grün sprießt.

Abseits der Touristenwege stehen Buchen und Olivenbäume im Vordergrund. Regelrechte Alleen säumen die Spur. Ab und an Mal ein kleiner Weinberg dazwischen.

In Vieste angekommen, zeigt sich mir das gleiche Bild wie in Peschici. Parken am Morgen ist absolut kein Problem. Schilder weisen auch hier darauf hin, dass nach 20:00 Uhr die Innenstadt für den Verkehr gesperrt ist. Der Unterschied ist, dass die parkenden Autos bei Veranstaltungen abgeschleppt werden. Eine Straße führt zum Hafen und der mit Palmen gesäumte Strandpromenade. Hier lässt es sich gut parken – das Platzangebot ist aber rar. Auf dem Weg dorthin ist ein Café und Eisdiele nach der Anderen. Schuh- und Bekleidungsgeschäfte locken mit günstigen Angeboten. Mein Ansinnen war es durch die Gassen zu schlendern und nach Fotostopps für den Abend Ausschau zu halten. Direkt an der Uferpromenade liegt das Kino und gegenüber ragt die Leuchtturminsel Santa Eufemia aus dem Meer. Unzählige Möwen kreisen darum. Leider ist es ist kaum möglich diese Insel zu erreichen.

Geht ihr am Hafen in die Seitenstraße rechter Hand, habt ihr die Möglichkeit einen Drink oder aber auch das Abendessen mit Blick auf das Meer zu genießen. Die parallel liegende Straße führt in die Altstadt von Vieste mit seinen vielen kleinen Souvenirshops und Lokalen. In einer der vielen kleinen Gassen findet ihr Padre Pio. Das Lokal hat ein paar Stühle draußen stehen. Falls es doch zu kalt wird, gibt es auch Sitzmöglichkeiten im Inneren des Gewölbekellers. Wir haben hier hervorragend gegessen: Fritto Misto und sehr feine Paccheri mit Meeresfrüchten.

Wer für das Dessert ein erfrischendes Eis bevorzugt, sollte in die Bar Ruggieri in der Corso Lorenzo Fazzini gehen. Das Eis wird klassisch gespachtelt.

kleiner Abstecher vom oder zum Flughafen – Termoli

Termoli liegt hälftig auf der Strecke von Pescara nach Peschici. Sie ist eine der größten Städte in der Nähe und eignet sich sowohl für eine Einkaufstour, ein Strandbad oder zum Sightseeing.

Haltet euch Richtung Bahnhof. Dort gibt es genügend Parkplätze, die zwar kostenpflichtig, aber zentral gelegen sind. In 5 Gehminuten ist man am Strand, wo auch die Festung thront. Einmal dort, ist das nächste Cafe nicht mehr weit.

Als wir in der Stadt ankamen, war es kurz vor Mittag. Noch genügend Zeit, um sich einen Cappuchino zu schlürfen. Was man wissen sollte, um sich nicht als Touri zu outen: Ein Italiener trinkt nach 12:00 Uhr niemals nie einen Cappuccino. Dieser ist dem Frühstück vorbehalten.

Nachdem wir die Fußgängerzone auf der einen Seite zum Meer hinunter und auf der Anderen wieder hochgeschlendert sind, bogen wir ins Fez Loung Cafe Dinner. Das Interieur ist sehr modern mit sehr großen Bildern an der Wand. Mit viel Liebe werden die Getränke auf einen Tablett mit Blümchen serviert.

Zurück am Meer zeigt sich uns eine Stadt mit zwei Gesichtern. Auf der Linken einen ellenlanger Strand mit vielen Strandbars, Liegen und Sonnenschirmen und auf der Rechten das Castell mit seinem historischen Stadtkern. Dazu gehört die Stadtmauer, die sich entlang des Meeres um die Stadt schlingt.

Das Meer strahlt in all seinen Farben und der Strand ist so hell, dass es in den Augen blendet. Die Festung mit Ihren Gassen lädt ein für einen Moment den Stadtgeräuschen und der Hektik den Rücken zu kehren.

Wenn ihr mit dem Gedanken, den Kleiderschrank zu füllen, hierher gekommen seid, sei euch gesagt, dass auch in den etwas außerhalb liegenden Malls die Mittagsruhe eingehalten wird. So könnt ihr – ohne etwas zu verpassen – getrost das nächste Lokal ansteuern und es wie die Einheimischen halten: Dolve Vita. Oder ihr geht gleich in eine der Strandbars. Denn barfuss im Sand lässt sich das Mittagsessen umso besser genießen.

Strände – wie Sand am Meer

Auf keinen Fall sollten die Strände entlang der Küste unterschätzt werden. An fast jedem Abschnitt lassen sich Liegen und Sonnenschirme mieten. Größtenteils findet ihr Sandstrände – nur ganz wenige Kiesstrände. Mehr dazu in einen neuen Beitrag, der bald folgen wird. Hier schon einmal ein paar Eindrücke…


Wart ihr auch schon in der Region? Dann schreibe mir einen Kommentar was dir dort besonders gut gefallen hat!



In Apulien gibt es noch mehr Schönes zu erleben. Das könnte dich auch interessieren:

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