Parco dei Limoni – Peschici – Apulien

Parco dei Limoni – Peschici – Apulien

5 Nächte bei Freunden – ein kleines Hotel tief im Herzen verankert


Lange habe ich überlegt, ob ich einen Bericht über meine Unterkunft schreibe. Ein Beitrag, der nur über ein Hotel geht und nichts über das Leben und Treiben drumherum erzählt. Antonella und ihre Familie haben uns so unseren Urlaub versüßt, dass es nun doch sein muss!

Mitten im Nirgendwo und mit Blick aufs Meer liegt Parco dei Limoni. Peschici – ein verträumtes Örtchen – liegt ca. 2km und das Meer ca. 2,5 km entfernt. Umgeben von Oliven- und Zitronenbäume führen Mama Antonella und Papa Vincenzo das kleine Familienhotel. Zusammen mit Ihren Kindern Federica und Luigi umsorgen sie sehr liebevoll all ihre Gäste.

Vorbei an Orleanderbüschen bis hin zu Olivenhainen – immer am Meer entlang

Nach ungefähr 2,5 Stunden Autofahrt sind wir voller Vorfreude auf unsere Unterkunft für die nächsten 5 Nächte. Bereits im Vorfeld lief uns beim Anschauen der Buffet-Bilder das Wasser im Mund zusammen. So war sehr schnell klar, wo wir übernachten werden. Was ein Glück, dass wir uns kurzfristig umentscheiden mussten, eine Woche später als geplant zu fliegen. In der ursprünglich geplanten Zeit war kein Zimmer mehr frei und im Nachhinein hätte ich mich mehr als geärgert eine andere Bleibe ausgesucht zu haben.

Ankunft im Olymp des guten Essens

Uns trennen die letzten Meter von unserer Ankunft. Puh, gerade noch die Kurve bekommen. Beinahe hätte ich das Schild zum Hotel übersehen. Wir biegen links ab, fahren vorbei an einer Pferdekoppel und wundern uns wieso das Gestrüpp immer dichter und der Weg immer holpriger wird. Ob wir die Einfahrt schon verpasst haben? Obwohl ich mich vorher über das Internet informiert habe und auch über den Hinweis des Weges gestolpert bin, war ich kurzzeitig irritiert. Schon kurz vorm Umdrehen, entdecke ich die lange Hofeinfahrt zum Parco dei Limoni. Wir sind am ersehnten Ziel!

Kleines Zimmer mit großartigem Blick

Nachdem wir unser Auto geparkt hatten und die nötigsten Dinge unter den Arm geklemmt haben, führt uns unser Weg direkt zur Anmeldung. Antonella hat uns bereits entdeckt und nimmt uns mit ihrer italienischen Art sehr herzlich in Empfang. Mit einem Mix aus Italienisch, Englisch, Händen und Füßen klappte die Verständigung sehr gut. Das Hotel ist wie eine übergroße Villa aus zwei Stockwerken gebaut. Im unteren Teil befinden sich einige Zimmer mit Terrasse, die Bar/Rezeption und das eigene Reich der Familie. In der obersten Etage liegt unser und vier weitere Zimmer. An ein Teil der Zimmer schließt sich eine sehr große Dachterrasse an, auf der wir – dank der Lage – das Meer beobachten konnten.

Unsere Ankunft war am späten Nachtmittag. Trotzdem schaffte es Antonella auch für uns ein zauberhaftes Abendessen zu kochen. Ab 20:00 Uhr ging die “Zeremonie” los.

Familienhotel mit 5-Sterne-Küche

Es stand zur Auswahl: zwei verschiedene Sorten Nudeln als ersten Hauptgang und Fleisch oder gefüllter Sepia als Zweiter Gang.

Ich habe Tintenfisch bereits in einigen Varianten gegessen, aber was Antonella da gezaubert hat, war einfach fantastisch. Butterzart und einfach nur lecker.

Die Vorspeise wird in Buffetform angeboten. Wenn ihr jetzt an diesen All-Inn-Hotelfraß denkt, liegt ihr gewaltig falsch. Es gab kleine überbackene Zucchini und Auberginen, in Zitronensaft eingelegte Sardellenfilets, frittierte Brokkoliknödel, Tomaten-Mozzarella (natürlich Büffel)… Es sind so viele leckere Sachen gewesen, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann.

Zum Nachtisch gab´s an diesem Abend frische Melone oder eine Tarte mit Feigen, dazu Cherry oder Limoncello.

Glückselig und mit spannender Hose ging es danach auf das Zimmer. Schon ein bisschen Panne, aber als ich im Bett lag, habe ich mich schon auf´s Frühstück gefreut…

Neuer Tag und wieder Essen

Jeden Morgen ab 8:00 Uhr steht das Frühstücksbuffet bereit. Handgemacht und mit viel Liebe von Federica gebacken. Croissants, Brot, Brötchen, Crostata, Blätterteigstrudel mit Orangen-Aprikosen-Apfel-Füllung, Muffins, Schokokuchen selbstgemachte Marmelade und kleine gefüllte Plätzchen. Für die, die es herzhaft mögen: Foccacia, Pizza Pane, Schinken und Käse…

Obst und Joghurt für das gute Gewissen fehlte auch nicht.

Liebevoll wurden wir auch zum Frühstück umsorgt und mit Cappuccino verwöhnt. Zur Auswahl standen noch Kaffee, Espresso, Café Latte, Tee, Wasser und verschiedene Säfte. Ich muss es nochmals betonen. Diese Auswahl und Qualität hatte ich in manch Sterne-Hotel nicht.

So kann der Tag beginnen. Gut versorgt ging es wieder mit unserem Panda los, entlang der Küste zur Sightseeing- und Fototour. Schaut euch auch meine Berichte über Peschici, Vieste und die vielen Strände an. Nach einem anstrengenden Tag, kam uns der hoteleigene Pool inmitten der Olivenbäume sehr recht. Auch andere Gäste nutzten dieses Angebot. Trotz der vollen Liegen herrschte eine unheimliche Ruhe und Entspannung. Man konnte den Naturgeräuschen lauschen und die Gerüche der Zitronenbäume einatmen. Urlaub ist einfach etwas schönes.

Kleine fleißige Helferlein

Fast hätte ich vergessen die zwei flinken Helferlein zu erwähnen, die uns jeden Tag unsere Zimmer sauber hielten. Wir machten uns einen Spaß daraus die drei Fernbedienungen von Fernseher, Receiver und Klimaanlage sauber übereinander gestapelt in die Ecke des Schreibtisches zu legen. Aufgeräumt eben! Unsere Zimmerfee hat diese jeden Tag immer wieder an die gleiche Stelle, schräg nebeneinander gelegt. Die Abstände mit dem Lineal abgemessen… Es klingt als wollte ich mich darüber lustig machen, aber keineswegs. Ich war erstaunt über diese akribische Arbeit. Mit unserem vielen Fotokram, standen des Öfteren unsere Rücksäcke im Weg rum. Als wir vom Tagesausflug zurückkamen, waren diese immer ordentlich unter dem Tisch untergebracht. Hätten wir ja auch selber draufkommen können. Top Arbeit – Top sauber!!!

Ein letztes Mal Mama´s Küche genießen

Am letzten Abend unserer Reise, wollten wir es uns nicht entgehen lassen, noch einmal im Parco dei Limoni zu essen. Bereits beim Frühstück, wie jeden morgen, bestellten wir unser Essen. Von allem Etwas, so konnten wir die Teller über dem Tisch kreisen lassen:

  • Nudeln mit Miesmuscheln und Venusmuscheln
  • Nudeln mit hausgemachten Pesto
  • gefüllte Aubergine mit Parmesan überbacken
  • Dorade mit Kapern und Gemüse
  • zum goldenen Abschluss Tiramisu und Limoncello

Bei dieser Nachspeise ging mein Herz auf.

Wie immer gab es zum Essen Tischwein und Wasser dazu. Wir haben für dieses fabelhafte und sehr köstliche Essen mit frischen, lokalen Zutaten gerade mal 20.- pro Person inkl. Getränken bezahlt.

Mit einem weinenden Augen und 2 Kilogramm zu viel auf der Waage, mussten wir uns nun verabschieden.

Resultierend kann ich dieses kleine Einöd mit einer sehr herzlichen Familie wärmstens weiterempfehlen und hoffe, dass ich bald wiederkommen kann.

Leider muss ich gestehen, dass mein Traum selbst so ein wundervolles Bed&Breakfast zu haben, durch den Aufenthalt nicht weniger wurde.


Kennt ihr Apulien auch? Wo wart ihr? Hat euch mein Beitrag geholfen? Schreibt mir doch einfach ein Kommentar!



Falls ihr auch zu gerne nascht oder mehr über die Region erfahren wollt, dann schaut euch diese Berichte an:

Aprikosentarte

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