Was Du alles beachten solltest!

Was Du alles beachten solltest!


 

Wie so oft steht am Anfang einer Reise ein großes ?. Inspiriert durch viele Videos und den Wunsch am Besten alles sehen zu wollen, machen wir uns an die Recherche. Wohin können wir fliegen? Was kostet ein Flug? Welches Auto ist das Richtige? Soll es Lodge, Self-Catering oder doch Camping werden? Lass Dich inspirieren!

WELCHE REGION WILL ICH BEREISEN?

Südafrika ist etwa 3,4 mal so groß wie Deutschland. Bei 17 Tagen im Reiseziel solltest Du Dich entscheiden, welche Regionen Du besuchen möchtest. Natürlich gibt es Reiseveranstalter, die Dich in dieser Zeit von Nord nach Süd oder umgekehrt durch das Land schleusen. Aber ist das wirklich Urlaub? Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 1750km; die Ost-West-Ausdehnung gute 1540km. Möchtest Du diese Strecke wirklich fahren? Etwas Zeit zum Genießen darf nicht fehlen. Denn nur so lassen sich Land und Leute kennenlernen. Letztendlich haben wir uns dann für die Region um Johannesburg entschieden. Warum? Für mich heißt Afrika atemberaubende Landschaften, Tiere, der Busch und Raik hat die Möglichkeit sein Fotoverlangen zu stillen. Wir wollen wandern gehen, einen kurzen Abstecher ans Meer machen und natürlich die Tierwelt der Nationalpark entdecken.

Der südliche Teil von Südafrika steht für Steilküsten, Weinland und englisches Flair. Wenn Du Wale, Pinguine oder Delfine sehen möchtest, dann ist die Süd-östliche-Küste das Richtige für Dich. Nahe Kapstadt lassen sich Weinverkostungen buchen und die Großstadt selbst hat viele kulinarische Highlights für Dich.

KLIMA & REISEZEIT

Unser Reisemonat Februar/März ist laut Klimatabellen nicht gerade die beste Reisezeit. Zum Ende der Regenzeit können die Temperaturen recht hoch und drückend sein, Straßen zeigen stellenweise noch die Folgen heftiger Regenfälle, ab und an ist mit Nass von oben zu rechnen. Für uns gab es keinen alternativen Reisemonat und so wagten wir es trotzdem.

Grundsätzlich ist Südafrika ein Reiseziel, welches das ganze Jahr bereist werden kann. Von April bis September ist dort Winter, wohingegen Oktober bis Mai/Juni Sommer ist.

Durch die Größe des Landes findet sich immer eine Region, in der die Klimadaten gute Vorraussetzungen zeigen:

Von Mai bis September lässt sich Johannesburg sehr gut bereisen und auch gleich die Zeit nutzen, um im Krüger Nationalpark oder dessen Umgebung die Natur zu erkunden. Durch die Trockenheit lassen sich die Tiere besser beobachten und sind viel häufiger an Wasserstellen anzutreffen. Tagsüber ist es angenehm warm, aber nachts kann es recht kühl werden. 

In der Region um Kapstadt fällt der meiste Regen von Juni bis September. In den Monaten Dezember, Januar und Februar ist die beste Reisezeit. Von Juli bis Oktober lassen sich am Besten Wale beobachten.

ANREISE

Die einfachste Art nach Südafrika zu gelangen, ist das Flugzeug. Lange haben wir hin und her überlegt, ob wir einen Direktflug (South-African-Airways oder Lufthansa) wählen oder etwas Geld sparen und mit einem Zwischenstop in Amsterdam (KLM), Addis Abeba (Ethiopian Airlines) oder London (British Airways) fliegen. Es ist ein Nonstop-Flug von Frankfurt nach Johannesburg mit Lufthansa geworden. Sehr positiv überrascht hat uns das recht neue Flugzeug und die super bequemen Sitze, obwohl wir “Holzklasse” gebucht hatten. Auch das Boardpersonal hat einen klasse Job gemacht. Einzig das Frühstück war eine absolute Zumutung und ist meines Erachtens verbesserungswürdig. Aber dies ist unsere persönliche Meinung.

EINREISE

Zur Zeit unseres Aufenthaltes reichte ein Reisepass, der zwei freie Seiten aufweist und nach Ausreise noch 6 Monate Gültigkeit hat aus, um in Südafrika einzureisen. Für Touristen beträgt die maximale Aufenthaltsdauer 90 Tage. 

Seit dem 18.03.2020 und den strikten Einreiseverbot aus Hochrisikogebieten, muss mit künftigen Änderungen gerechnet werden. Informiere Dich bitte immer zusätzlich beim Auswärtigen Amt

KRANKHEITEN & VORSORGE

Zusätzlich zu Deiner Grundimmunisierung bieten sich Impfungen gegen Hepatitis A & B (bei längeren Aufenthalten), Tollwut und Gelbfieber an. Die Gelbfieberimpfung ist nur erforderlich, wenn Du aus einem Risikogebiet einreist. Allerdings hält diese Impfung ewig und wer gerne reist, wird sie früher oder später brauchen. Bitte informiere Dich bei dem Arzt Deines Vertrauens. Es können sich immer wieder Änderungen ergeben und er ist auf dem neuesten Stand.

 

Je nach Reiseregion solltest Du über eine Malaria-Prophylaxe nachdenken und mit Deinem Hausarzt vor der Reise darüber sprechen. 

Nach wie vor ist HIV/Aids ein großes Thema in ganz Afrika. Schütze Dich davor!

 

SICHERHEIT & TIPPS

Immer wieder habe ich vor meiner Reise von Überfällen auf Touristen, aufgeschlitzte Reifen und Kreditkartenbetrug gelesen. Die sorgenden Nachfragen unserer Freunde, hat die Situation nicht verbessert und so muss ich gestehen, dass mir kurz vor Abflug nicht wohl bei dem Gedanken war.

Es ist richtig, dass dies immer wieder passiert. Wir hatten Glück! Mit gesunden Menschenverstand und Weitsicht, sollten sich solche Situationen größtenteils vermeiden lassen.

WAHL DES FAHRZEUGS

Südafrikaner lieben das Campen und deshalb sind auch in Ferienzeiten und am Wochenende in den Hauptreisezeiten die Campingplätze ziemlich gefüllt. Bereits in Namibia haben wir zweimal schon erleben dürfen, wie wundervoll es ist mit dem Dachzelt unterwegs zu sein. Campingplätze sind sehr günstig und das Kochen mit Stirnlampe unter Sternenhimmel ein einzigartiges Erlebnis. Doch wegen der recht hohen Fahrzeugkosten, haben wir uns dieses Mal dagegen entschieden. Der größte Teil der Straßen sind in Südafrika geteert. Selbst Schotter- oder Sandpisten sind mit einen “normalen PKW” recht gut befahrbar. In 17 Tagen gab es lediglich ein einziges Mal kein Vorankommen. Es hatte zwei Tage ununterbrochen heftigst geregnet. So war die Zufahrtsstraße einer Lodge nicht mehr befahrbar. Allerdings hätte man den Gästen mit einem Allrad-Fahrzeug auch davon abgeraten selbst zu fahren. So wurden wir am Eingang der Geländes abgeholt und zur Lodge gebracht. 

Immer wieder gab es Situationen, in der wir richtig begeistert waren, was unser Fahrzeug alles zu leisten vermag.

Unser Fahrzeug:

Gebucht hatten wir einen Toyota Corolla quest o.ä.. Da wir immer mit zwei großen Reisetaschen und Fotorucksäcken reisen, war es uns wichtig das ganze Gepäck im Kofferraum zu verstauen. Laut der ADAC-Website sollte diese Fahrzeugklasse Platz für 3 große Koffer haben. Bei der Ankunft am Flughafen teilte uns ein AVIS-Mitarbeiter mit, dass wir einen Hyundai Accent erhalten werden. Das Auto war in einem Top-Zustand und hatte gerade mal 1748 Kilometer auf dem Tacho als wir es übernommen haben.

Kosten:

Das Fahrzeug kostete uns für die Mietdauer von 18 Tagen, inklusive Vollkasko ohne Selbstbeteiligung, Glas- und Reifenschutz mit Zusatzfahrer ca. 297.-€. Hinzu kam die Erlaubnis/Versicherungsschutz für den Grenzübertritt nach Swaziland mit ca. 40.-€.

Maut:

In den meisten Mietfahrzeugen ist bereits ein elektronisches Gerät, zur Abrechnung der Mautgebühren, eingebaut. Es ist an der Frontscheibe montiert und darf nicht abgenommen werden. Wenn Du dieses Gerät hast, kannst Du Dich bei allen Stationen in die Reihe “TAG ONLY” einreihen. Du fährst langsam an die Schranke heran, das Gerät piepst kurz und anschließend öffnet sich die Schranke und Du kannst weiterfahren. Im Anschluss der Reise erfolgt die Abbuchung dann über Deinen Vermieter. Die Kosten für die gefahrene Strecke sind an den jeweiligen Mautstationen angeschrieben.

ROUTE

Südafrika ist nicht Europa. Das Land ist riesig. Trotz des recht gut ausgebauten Straßennetzes, solltest Du Deine Tagesetappen nicht zu groß planen. Unsere Abschnitte lagen meist bei max. 150 – 200 Kilometer. Je nach Streckeverhältnisse bedeutet dies eine reine Autofahrt von etwa 2-3 Stunden. Hier sind weder Tankstops, Pippi- oder Kaffeepausen eingerechnet. Obwohl das Fahren – abgesehen vom Linksverkehr – keine große Herausforderung darstellt, strengt es trotzdem an. Die Verkehrskontrolldichte ist recht hoch und die Schlaglöcher nicht zu unterschätzen. So kommt beim Beifahrer auch keine Langeweile auf. 

Wenn Du also nur eine Nacht in Deiner jeweiligen Unterkunft hast raten wir Dir, spätestens zwischen 15:00 – 16:00 Uhr an Deinem Ziel anzukommen. So kannst Du vor Ort nochmal in den Pool springen oder eine nah gelegene Sehenswürdigkeit ohne Gepäck besuchen.

Bei Deiner Planung solltest Du auch Tankstellen nicht außer acht lassen. Im Normalfall sind  an den Touristenmagneten welche vorhanden, aber es kann auch schon mal vorkommen, dass Benzin oder Diesel einfach leer ist. So erging es uns in Pongola, Nahe der Grenze zu Eswatini (Swaziland). Glücklicherweise war auf der anderen Straßenseite eine weitere Tankstelle. In anderen Gebieten kann das schnell mal zu unverhofften längeren Pausen führen.

UNTERKÜNFTE

Hier spielt natürlich die persönliche Vorliebe eine große Rolle. Wir haben uns für einen Mix aus Self-Catering-Unterkünften und Lodges mit Vollverpflegung entschieden. Für uns war klar, dass wir unbedingt auch selbst kochen wollten. Zum Einen war dies eine Preisfrage, zum Anderen lieben wir es durch Supermärkte zu schlendern und uns von der Exotik der Kühltheken inspirieren zu lassen. Es gab lediglich zwei Unterkünfte, in der wir den ganzen Tag verpflegt wurden. So konnten wir uns auf die Erlebnisse in der Natur konzentrieren und durften uns mit südafrikanischen Braii, Malve-Pudding und Savanna verwöhnen lassen.

Die Self-Catering-Unterkünfte haben fast alles was Du zum Kochen benötigst. So fanden wir in jeder Unterkunft Besteck und Geschirr, Kühlschrank, Toaster, Mikrowelle, Kaffeemaschine (Stempelkanne), Grillstelle und Wasserkocher. Je nach Buchung gab es ein Kochfeld oder sogar einen Backofen. Wir hatten unseren eigenen Kaffee, Tee, Milch, Gewürze, Brotaufstriche und Einkäufe für das Abendessen dabei. Toilettenpapier, Geschirrhandtücher und Spültücher waren überall vorhanden. 

ESSEN & TRINKEN

Südafrikaner lieben neben campen auch das Grillen. Sehr praktisch! In jedem Supermarkt findest Du Unmengen an Fleischpaketen, bei denen Du Dich fragst, welche Nachbarn Du heute schon wieder zum Essen einladen sollst. Auch für Vegetarier oder Veganer bieten große Supermärkte eine Vielzahl an Auswahl. Anders als in Namibia ist die Obst- und Gemüseauslage vielseitiger. Ananas, Papaya und Mango so köstlich, dass Du dieses Geschmackserlebnis nicht mehr vergessen wirst.

Wenn Du doch nicht kochen möchtest und lieber Essen gehst, kannst Du je nach Region und Lokal sehr günstig Essen gehen. So haben wir in der *Witsieshoek Mountain Lodge zu Zweit etwa 25.-€ bezahlt. Hier hat jeder ein Steak mit Beilagen gehabt und gemeinsam eine Nachspeise. Wir hatten Wasser, Bier, Wein, Espresso. Genauso ist es aber auch möglich an der Küste mal 50.-€ zu zweit auszugeben.

Im Großteil des Landes wirst Du eine sehr fleischlastige Speisekarte finden. In der Küstenregion im Bereich KwaZulu Natal sind die Gerichte indisch angehaucht. So gibt es auch Currys auf der Speisekarte. Schlecht gegessen haben wir in den zweieinhalb Wochen reisen nie.

Neben Kaffee trinken die Südafrikaner auch gerne Roiboostee, der in den Cedarbergen angebaut wird. Da er kein Teein enthält, ist er auch für Kinder geeignet. In allen von von uns besuchten Lodges/Self-Caterings stand immer Roiboostee für uns zum selbst zubereiten zur Verfügung.

Genauso wichtig wie ein guter Start in den Morgen, ist auch der Abschluss des Tages. Gönne Dir zum Sundowner ein Savanna oder zwei oder drei 😉 Nach dem Essen noch einen Amarula oder Springbock und Deine Nacht ist gerettet.

NETZABDECKUNG

“Du machst doch Urlaub!” So oder so ähnlich klingen die Reaktionen, wenn man davon erzählt, dass man sich im Urlaub eine einheimische Sim-Karte zulegt. In Zeiten von Home-Office und Influencern, ist es mittlerweile schon normal auf Reisen zu arbeiten. So war es auch mir wichtig, für meine Kunden erreichbar zu sein. 

Es gibt mehrere Telefonanbieter und die Bekanntesten sind wohl Vodacom und MTN. Nach vorheriger Recherche von Raik, haben wir uns für MTN entschieden. Wir hatten bis auf den Kruger Nationalpark und Swaziland (kein Roaming gewünscht) immer Empfang. Selbst beim Wandern in den Drakensbergen gab es 3G. Während unseres Aufenthalts im Kruger habe ich festgestellt, dass es Anbieter gibt, bei denen der Empfang besser ist und so in den Camps erreichbar waren.

So kannst Du Dir eine SIM-Karte kaufen und mit Datenvolumen und Gesprächszeit aufladen. Wir empfehlen Dir definitiv Airtime mitzubuchen. Einmal mussten wir Kontakt mit AVIS und einer Lodge aufnehmen und waren froh, dass wir telefonieren konnten.

Hier ein Beispiel: SIM-Karte ZAR 69.- (ca. 4.-€, außerhalb des Flughafens sind die Karten günstiger), 1 GB Datenvolumen ZAR 149.- (ca. 9.-€) + Gesprächsminuten

GELD

Du kannst problemlos an fast allen Bankautomaten Geld mit Deiner Kreditkarte abheben. So kannst Du auf das Mitführen von großen Geldmengen verzichten. Außerdem ist das Zahlen im Supermarkt und an der Tankstelle in den meisten Fällen bargeldlos möglich.

Achte beim Geldabheben darauf, dass Dich niemand beobachtet oder lass Dir niemals helfen. Gib nie Deine Kreditkarte aus der Hand und bestehe darauf mit einem mobilen Kartenlesegerät zu zahlen.



Warst Du auch schon in Südafrika und hast noch ein paar Tipps für die Reise? Dann lass uns an Deiner Erfahrung teilhaben und schreibe mir ein Kommentar!


Bist Du von Afrika infiziert und suchst noch nach Reisezielen? Schau doch mal bei diesen Berichten vorbei:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

sechzehn + 8 =