Roadtrip Malaysia – Teil 1 (Tag 3-5)

Roadtrip Malaysia – Teil 1 (Tag 3-5)

Übernahme des Mietautos


Wie du meinem letzten Beitrag entnehmen konntest, sind wir seit drei Tagen in Kuala Lumpur.
Heute soll unsere Reise weitergehen und uns in die nächsten Abenteuer führen. Nachdem wir das Frühstück beendet haben und die Koffer gepackt sind, können wir nun auf den Bringservice für den Mietwagen warten. Eine viertel Stunde früher als erwartet klingelt das Telefon und die Rezeption ist am anderen Ende. EUROPCAR wartet auf uns. Das läuft ja prima. Am Empfang angekommen, steht ein netter junger Mann da, der mit uns den ganzen Papierkram erledigen soll. Wir haben mit ihm gemeinsam das Auto auf vorhandene Schäden akribisch (das kenne ich aus Europa anders) untersucht und jede kleinste Beschädigung notiert. So, nun sind wir also auf uns gestellt. 

Los geht die Fahrt mit ersten Anlaufschwierigkeiten

Das Abenteuer Roadtrip kann beginnen. Das Auto ist beladen, Navi programmiert und los geht die Fahrt. Wunschziel der nahe gelegene chinesische Thean Hou Temple, den ich noch unbedingt sehen will. Nach 5-minutiger Irrfahrt mit einem rasend schnell englisch sprechenden Navi, müssen wir uns geschlagen geben. Navi aus, Handynavi an und erneut geht es los. Diesmal nicht mit dem Endziel Tempel, sondern gleich direkt nach Taman Negara. 1:0 fürs Auto.

Kleine Anmerkung der Redaktion: Im letzten Treat wurde vergessen zu erwähnen, dass es am Flughafen (kurz vor dem Gepäckband) SIM-Karten-Verkäufer gibt. Kaufe dir dort für wenig Geld eine einheimische Karte für dein Handy. Hätten wir es nicht getan, wären wir jetzt wohl aufgeschmissen.

Entspanntes Fahren auf der Autobahn – erstes Hinderniss Mautstelle

Nach ca. 30 minütiger Fahrt und 4 sehenden Augen, lief es dann. Der Verkehr wurde, je weiter wir Richtung Stadtgrenze kommen, immer weniger. Raik entwickelt ein Gefühl fürs Auto und das Linksfahren. Unglaublich, wie man sein Gehirn austricksen muss, um das Gewohnte zu umgehen – eben war der Blinker noch links; jetzt ist er rechts. Autobahnen in Malaysia sind Mautpflichtig. Naiv wie wir sind, steuern wir nun die erste Mautstelle an. Wir bezahlen unser Geld und fahren weiter. Es verlief problemlos und so dachten wir das würde immer so laufen. An der nächsten Mautstelle sturen wir wieder ganz normal den Schalter an. Hmmm, niemand da? Hilfeschalter gedrückt, oh das sitzt ja doch jemand hinter der Scheibe. “Do you have a card?” Äh, nö, which card? Eine gefühlte viertel Stunde und eine 100m lange Autoschlange hinter uns, später, kommt endlich ein Mitarbeiter, der uns eine Karte bringt. Bezahlt und weiter geht es. Somit haben wir uns wieder nichts dabei gedacht. Irgendwann kam ich mal auf die Idee, dass wir vielleicht am bargeldlosen Schalter waren und wir zu dem Schalter müssen auf dem “Tunai” steht. “Tunai” hatte ich am Fahrkartenautomat in Kuala Lumpur irgendwo gelesen und dachte mir, dass wird wohl Bargeld heißen. Falsch gedacht. Bargeld war richtig und doch kam von irgendwo wieder ein Mitarbeiter her. Da uns niemand darauf hinwies, dass wir diese Karte kaufen müssen, sind wir also weitergefahren, fernab der Autobahn Richtung Taman Negara.

 

Abseits der Autobahn geht es landeinwärts

Die Straßen werden schmäler und ländlicher. Der Viehauflauf auf der Straße wird größer und endet in einer Kuhfladen-Ralley. Die Straßen verengen sich erneut. Irgendwo auf dem Weg zwischen Autobahnabfahrt und Taman Negara überkommt uns schlagartig der Hunger. Wir sind in einem typisch malayischen Lokal gelandet, in das sich wahrscheinlich nur alle gefühlte 100 Jahre ein Tourist verirrt. Eine super nett lächelnde Frau, die selbst gerade am Essen ist, steht auf und nimmt uns herzlich in Empfang. Wir sind erstaunt, dass auch hier die englische Verständigung problemlos funktioniert – mitten im Nirgendwo. Der Einfachheit halber nahmen wir zweimal Nasi Goreng und Icetea.

Gestärkt geht es weiter Richtung Wunschziel. Das Navi schickt uns Wege entlang, die unmöglich offiziele Straßen sein können, aber wir wissen es auch nicht besser – auf gar keinen Fall würden wir uns trauen zu widersprechen. Mit der Ansage der Straßennamen hat es auf jeden Fall alle Lacher auf seiner Seite.

höhrenswerte Wegweiser

Traurige Begegnungen mit Mutter Natur

Die Zeit verrinnt. Immer öfter kommen uns schwer beladene LKWs entgegen, die Baumstämme abtransportieren. Anfangs dachten wir uns nichts dabei. Doch dann fallen uns die vielen abgeholzten Wälder auf. Was treiben die da? Es dämmert uns langsam. Unfassbar. Wie kann man den komplett gesunden Baumbestand gegen Ölpalmen austauschen? Es war entsetzlich. Immer wieder filmen wir Fahrzeuge, die Holz davon fahren, um für unsere Alltagsprodukte Grundlage zu schaffen.

Raik hat dazu ein kleines Video gemacht. Wir waren so schockiert, dass wir das komplette Internet dazu auf den Kopf stellten. Der Einzelhandel bietet so wenig Kosmetikprodukte und Lebensmittel, die kein Palmöl beinhalten. Selbst unser Benzin E10 ist damit gestreckt. Es gibt eine App, die dabei hilft diese Produkte zu enttarnen. Sie nennt sich CodeCheck und weist zusätzlich noch auf andere gefährlichen Stoffe hin.

Palmöl und der Regenwald

Das Abholzen des Urwaldes und die Zunahme der Palmölplantagen stellen ein großes Problem dar.Ich bin seit einer Woche in Malaysia unterwegs und was ich bis jetzt gesehen habe, ist mehr als erschreckend. Von Südwest nach Nordost, geschätzte 50% der Landschaft sind mit Plamölplantagen bedeckt.Ich habe gesehen, wie der Regenwald abgeholzt wird, wie Tonnenweise das Holz in endlos scheinenden Touren abgekarrt wird. Mitten in den Plantagen sind Raffinerien, die stinken und qualmen.Hier fahren keine Reisebusse mit Touristen lang. Verbrauchte Baumaschinen bleiben in der Natur stehen und vergammeln. Endlose Straßen werden gebaut, damit sie danach von den schwer beleadenen Holztransportern wieder kaputt gemacht werden. Im Regenwald konnte ich in der Morgedndämmerung Tiere beobachten, Vögel sehen, pure Natur, tausende Jahre alt. Wir Menschen kommen und machen alles platt.Mir als Fotograf ist es wichtig, nicht nur die schönen Dinge zu zeigen, sondern das was ich durch meine Reise sehe und erkenne weiterzugeben.Palmöl ist in unzählig vielen Produkten, erst seit dem ich mich damit befasse sehe ich, wie schwer es ist, dem auszuweichen. Aber es geht. Palmöl ist in Duschbads, Shampoos, Nutella, Fertignahrung, Tütenfutter und sogar dank unserer Grünen Pseudopolitiker im Sprit ( E10 ). Wir holzen also den Regenwald ab, verpesten alles mit Dünger und Pestiziden, damit wir in Deutschland behaupten können, wir haben Biosprit.Bitte teilt meinen Film, helft damit ein kleines Stück, vielleicht bleibt damit ja nur ein Hektar Regenwald mehr erhalten, wer weiß.

Posted by raiklight.de on Montag, 3. April 2017

Ankunft Taman Negara

Nach etwa 4 Stunden reine Autofahrt, sind wir in Kuala Tahan angekommen. Dieser Ort liegt an einem Fluss, der uns nur noch von unserem Hotel trennt. Wir parken direkt am Flußufer und ein Mitarbeiter des Hotels Mutiara begleitet uns zu den Longtailbooten, die als Taxis fungieren, eine wackelige Angelegenheit. Da sollen wir inklusive unserem Gepäck rein?

Innerhalb weniger Minuten kommen wir am gegenüberliegenden Ufer an. Bezahlt wir mit 1RM pro Gast, der in einen Eimer vor dem Bootsführer geworfen wird. Wir legen unsere Koffer in den Förderwagen – ähnlich wie im Bergbau – und kämpfen uns die letzten Stufen den Hang hinauf.

Nach dem Check-In will ich nun endlich meinen Holzbungalow inspizieren. Ich bin schon ganz aufgeregt. Da es schon spät ist und wir nur ganze zwei Übernachtungen gebucht haben, gönnen wir uns nur eine kurze Verschnaufpause. Unser Weg führt uns direkt zur Permit-Stelle, wo wir unser Fotolizens erwerden wollen.

Lizens zum Betreten des Nationalparks

Wir sind nun im Taman Negara – was übersetzt Nationalpark heißt. Mal sehen, ob wir die süßen Tapire vor die Linse bekommen.

Eintritt pro Person: 1 RM

Fotolizenz: 5 RM

Angellizenz: 10 RM

Wichtiges in Kürze:

  • Autofahren ist in Malaysia mit einem nationalen ( deutschen ) Führerschein möglich – ein internationaler ist nicht unbedingt erforderlich
  • Das Mindestalter beträgt je nach Mietwagengesellschaft 21/23 Jahre und Fahrpraxis ist Vorraussetzung
  • Rechtslenker – Linksverkehr
  • Geschwindigkeitsbeschränkungen: Innerorts 60 km/h – Außerorts: Pkw bis 12 Sitzplätze: 90 km/h (Freilandstraßen); 110 km/h (Autobahnen)
  • Promillegrenze: 0,8


Wenn dir der Bericht gefallen hat, dann folge der Serie. Hier erzähle ich dir, was wir im  Park alles erleben durften und wie die Reise weiter geht.


Welche Mietwagengeschichten hast du erlebt? Hinterlasst mir doch einfach ein Kommentar!

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