Taman Negara – Roadtrip Malaysia Teil2

Taman Negara – Roadtrip Malaysia Teil2

Die grüne Hölle Westmalaysias


Uuuuhhh, es ist schon ein wenig gruselig, denn alles um mich ist dunkel. Lediglich meine Stirnlampe leuchtet mir den Weg. In den Gebüschen rechts und links von mir, raschelt es und eigentlich will ich gar nicht wissen was das war. Es ist eine Stunde vor Sonnenaufgang und wir sind mit unseren Fotorucksäcken bewaffnet und auf Motivsuche.Wenn du dich jetzt fragst, wo bitte ist das Motiv im Dunkeln, hast du recht. Ich laufe gerade durch den größten Nationalpark Malaysias und ganz in der Nähe befindet sich mein Ziel, ein Hide. Das ist eine Mischung aus übergroßem Jägerhochsitz und Baumhaus, von dem man Tiere beobachten kann. Fast ohne Geräusche schleichen wir die knarrenden Holztreppen hoch. Der einzige Gedanke, der mir dabei durch den Kopf geht, ist die Angst vor Tieren, die vielleicht schneller waren als ich und oben warten. Ich kann nicht anders. Ich muss jede Nische nach Schlangen oder ähnlichem Getier absuchen. Nachdem ich mir sicher bin, dass da nichts ist, kann ich mich entspannt dem Fotografieren widmen.

 

Die Dämmerung bringt die Natur zum Erwachen

Der Himmel erhellt sich langsam und lässt einen ersten Blick auf die Nebelschwaden, die vor uns in der Lichtung hängen, zu. Spannung liegt in der Luft und ich vergesse fast das Atmen. Am Waldrand zeigen sich erst verschwommene Gestalten, die aber nicht zu erkennen sind.

Es dauert eine Weile, bis sich die ersten Tiere an das Wasserloch trauen. Meine ersten lebendigen Wildschweine in freier Natur und das, obwohl ich im tiefsten Pfälzerwald aufgewachsen bin. Rehe gesellen sich dazu. Doch leider bekomme ich nicht den gewünschten Tapir zu sehen. Einige Tiere spielen miteinander und mit dem Hellerwerden verschwinden die Ersten wieder. Die völlig erschöpften Schweine bleiben am Wasserloch schlafend zurück.

 

Mutiara Taman Negara Resort

Mittlerweile knurrt unser Magen schon sehr und wir sind froh, dass es mittlerweile so spät ist, dass im Hotel das Frühstück zubereitet wurde. Noch etwas müde und ohne Kaffee, sitzen wir bei unserem ersten Frühstück im Dschungel. Die Seitenwände des Speisesaals existieren nicht und somit können wir die Natur und die Geräusche gut wahrnehmen.

Auf der Suche nach Nahrung stolziert ein Perlhuhn durch den Raum. Bereits gestern Abend konnte wir bei einem Absacker ein kleines Warzenschwein beobachten.

Eine plötzlich Unruhe zog unsere Aufmerksamkeit auf sich. Ein Nashornvogel ist auf der Suche nach Essbaren und droht mit seinem riesigen Schnabel die Gäste zu picken. Das kann schmerzhaft werden.

Auf dem Rückweg zu unserem kleinen Bungalow kommen uns die ersten Tagesbesucher entgegen, welche die Anlage durchqueren müssen, um den Regenwald zu besuchen.

Das Mutiara Resort ist das einzige Hotel in der Nähe und hat somit Monopolstellung. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses habe ich bei der Ankunft Backpackerunterkünfte gesehen. Zu den Bungalows, die von den meisten Besuchern gebucht werden, hält das Hotel noch einen Zeltplatz bereit. Ein schweißnasses Unterfangen, schließlich sind wir im Regenwald bei gefühlten 100% Luftfeuchtigkeit.

Canopy Walkway

Die Hotelanlage kann man in mehreren Richtungen verlassen. Von der Anlegestelle aus nach rechts und dann durch den kompletten Komplex durch, kommst du auf einen Wanderweg. Dieser führt dich einige Kilometer durch den Wald. Hier und da ein Vögelchen zur Beobachtung, vorbei an Ameisenstraßen und mit ganz viel Glück kommt dir auch ein größeres Tier vor die Linse. Der Einstieg der Hängebrücken liegt etwas erhöht. Leider sind zur Zeit einige Brücken gesperrt und können nicht bestiegen werden. Beginn ist in 10 Metern Höhe, steigt dann aber bis zu 45 Meter an.

Begrüße die Affen in den Baumkronen, die sich flink auf gleicher Augenhöhe durch die Bäume schwingen. Eine kurze Verschnaufpause zum Fotografieren, kannst du dir zwischen den einzelnen Brücken gönnen. Dort sind kleine Plattformen um die Bäume herum gebaut.

Eintritt: 5 RM

Öffnungszeiten: täglich von 9:00 -15:30 Uhr, Freitag von 9:00 – 12:00 Uhr

 

Wanderung zu den Aussichtspunkten

Nach gut einer Stunde Wanderung ab Resort, zweigt sich der Weg und führt entweder zum bekannten Canopy Walk oder weiter auf den knapp 200 m hohen Aussichtspunkt Bukit Indah. Von dieser Kreuzung aus, sind noch etwa 500 m und 100 Höhenmeter zu bewältigen.

Weit vor dem Abzweig vom Bukit Indah, zeigt dir ein Wegweiser die Richtung zum Bukit Teresek. Ein sehr beliebter Weg, der am Ende mit zwei Aussichtspunkten auf dich wartet.

Wir haben beide Wanderung nicht gemacht, da es uns zu unsicher war, ob wir überhaupt mit einem schönen Ausblick belohnt werden.

Wie ich oben schon erwähnt hatte, findest du etwa 50m vom Hotel entfernt, einen Hide. Dieser ist sehr einfach zu erreichen. Im Taman Negara gibt es noch viel mehr dieser “Unterstände”. Zum Teil sind sogar Mehrtageswanderungen dahin erforderlich. Geschlafen wird mit Schlafsack in den Häuschen.

 

Weitere Aktivitäten

  • Das Resort bietet einige Möglichkeit den Tag mit Programm zu füllen. Wenn du dich nicht alleine auf die Reise durch den Dschungel begeben möchtet, kannst du an einer geführten Tour teilnehmen. Canopy Walk und die Wanderung zu den  Aussichtspunkten sind zwei Optionen. Für Abenteurer gibt es noch eine Nachtsafari, in der ein Guide Tiere für dich aufspürt und dir etwas zur Flora und Fauna erzählt.
  • Für die Action-Fans unter euch wird Rafting angeboten. Mit Schlauchbooten oder ähnlichem geht´s die Stromschnellen abwärts.
  • Ein bisschen Baden lässt es sich, wenn du am Zeltplatz vorbei, in den Wald gehst. Nach etwa einer halben Stunde kommt eine Landung. Hier ist das Wasser nicht so reißend und du hast die Möglichkeit dich hinzusetzen oder zu legen. An anderen Stellen des Flusses ist der Hang oft Steil.
  • Der Besuch eines Orang-Asli-Dorfes flussabwärts, teilt die Meinungen der Besucher. Es ist toll etwas über die Menschen, die in und mit der Natur leben, zu erfahren. Doch leider gleicht es einem Menschenzoo. Die Bewohner verdienen so ihren Lebensunterhalt und zahlen den Preis, dass jeder Tourist den kleinsten Winkel der Privatsphäre fotografisch festhält. Aus diesem Grund habe ich keine Tour dorthin unternommen.

 

Aurüstung

Blutegel sind keine Seltenheit. Vor Allem nicht in feuchten Gebieten wie dem Regenwald. Anfang April ist es noch recht trocken. Trotzdem solltest du das ganze Getier nicht unterschätzen. Zecken und Moskitos sind echt lästige Begleiter. Baumwollkniestrümpfe sind zwar total unsexy, aber halten wunderbar die Krabbeltierchen fern. Ich habe immer lange, aber dünne Hosen an. Somit tut´s nicht so weh, wenn du irgendwo hängen bleibst. Ein richtiges Wundermittel ist Tigerbalm. Etwas von der Creme hinter die Ohren und auf die freien Stellen am Körper und du hast deine Ruhe. Falls dich doch mal ein Sauger erwischt, hilft es auch gegen das Jucken. Genial und wenn du es in Kuala Lumpur oder allgemein in Asien kaufst, ist es fast geschenkt. Alternativ habe ich immer Antibrumm dabei.

Egal ob du in der Regenzeit reist oder nicht, du solltest immer Regenschutz dabei haben. Manchmal reicht schon ein Schirm. Handlicher ist auf alle Fälle ein Cape. Am Besten so groß, dass dein Rucksack darunter auch noch Platz hat.

Zu guter Letzt, sollte auf keinen Fall deine Kamera und genügend Speicherkarten fehlen. Landschaftsbilder lassen sich zwar nicht allzu viele machen, aber für Tieraufnahmen ist dieser Ort optimal. Bei meinem Aufenthalt waren sehr viele Tierfotografen aus Japan unterwegs. Allerdings ist dieser Fotografierstil und das passende Equipment dazu, aus einer ganz anderen Liga.

 

Essen

Das Resort bietet ein Restaurant mit malayischer und etwas westlicher Küche. Wer es ganz urprünglich essen will, muss auf die andere Seite des Flusses. Dort schwimmen Restaurants auf Flößen im Wasser und bieten asiatische Küche. Bei einem heftigen Regenwetter, kann es auch schon mal kräftig schaukeln. An einem Abend hat es gekübelt, was es konnte. Da fand ich es sehr hilfreich, dass das Taxiboot bis an Lokal ranfuhr.

Wer in seiner Unterkunft kein Essen inklusive hat, sollte die Pancakes und Shakes in den Floating-Restaurants zu sich nehmen.

 

Wissenswertes über den Nationalpark

120×60 Kilometer misst der Nationalpark im Zentrum Malaysias. Das sind etwas 4300 km², etwa 3 % von West-Malaysia. Mit dem Namen hat man sich nicht allzu große Mühe geben müssen, denn Taman Negara heißt nichts anderes als “Nationalpark”. Ziel des Parks ist es Flora und Fauna in seiner ursprünglichen Art zu erhalten. Dieser Wald ist nämlich der älteste der Erde. Es gibt nicht nur verschiedene Tier- und Pflanzenarten, sondern auch verschiedene Gesteine wie Kalk und Granit.

Viele Touristen und Einheimische schätzen diese wertvolle Natur und so ist vor allem am Wochenende sehr viel Betrieb. Doch je weiter du in den Wald vorrückst, umso ruhiger wird es und du kannst den vielen, verschiedenen Tierstimmen zuhören.

Der Nationalpark hat vier verschiedene Eingänge. Der im Süden ist am beliebtesten. Es ist der Eingang, den ich gewählt habe, nämlich im Ort Kuala Tahan.

Um den Gunung Tahan zu besteigen, empfehle ich dir den Eingang im Westen in Merapoh. Dieser liegt am günstigsten.

Die längeren Aufstiege ergeben sich im Norden (Kuala Kuh) und im Nordosten (Tanjung Mentong).

 

Anreise

Du kommst in den Taman Negara mit dem Auto, dem Minibus oder jetzt halte dich fest – mit dem Boot. Egal welchen fahrbahren Untersatz du wählst, du wirst den Spaß dabei haben.

Auto – die schnellste Art zu Reisen

Wie das geht konntest du in meinem letzten Bericht schon lesen. Wir sind in Kuala Lumpur losgefahren und haben die Autobahn Richtung Ostküste genommen, um nach Kuala Tahan zu gelangen. Die Alternativroute geht über Cameron Highlands – unser Ziel für die nächsten Tage.

Ein Auto mietest du am Besten von Deutschland aus. Wir haben lange Preise und Leistungen verglichen und sind bei Europcar hängengeblieben. Unser Proton Saga war einfach Klasse.

Minibus – die günstigste und gesellige Art zu Reisen

Eigens für Backpacker zusammengestellte Touren führen von Kuala Lumpur aus zum Taman Negara und weiter Richtung Ostküste. Eine weitere Möglichkeit ist es von Penang über Cameron Highlands hierher zu kommen.

Du kannst jederzeit aus- und zusteigen. Alle zwei Stunden wird für 20 Minuten Pause gemacht.

Boot – die spannenste Art zu Reisen

Die wahrscheinlich spannentste Anreise wirst du zu Wasser erleben. Das Riverbus-Boot legt zweimal (09:00 und 14:00 Uhr) in Kuala Tembeling ab und braucht etwa 2-3 Stunden nach Kuala Tahan. Von Kuala Lumpur aus reist du mit Bus (3,5 Stunden)  nach Jeranut und weiter zur Bootsanlegestelle.

 



Die Berichte der vorherigen Tage kannst du hier finden:


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