Tag 1 – von Windhoek nach Solitaire

Tag 1 – von Windhoek nach Solitaire

UNSER ABENTEUER

KANN BEGINNEN


Ich schaue aus dem Fenster. Überall ist es pechschwarz, nur vereinzelt sind kleine helle Punkte zu erkennen. Es ist kurz nach 06:00 Uhr und wir sind im Landeanflug nach Windhoek. Von oben ist sehr gut erkennbar, wie wenig Lichtverschmutzung in Nambia vorhanden und wie dünn besiedelt das Land ist.

DAS PFLICHTPROGRAMM

WARTET

 

Nach der Landung und einen kurzen Fußmarsch, folgt die Passkontrolle. Um die Einreiseformalitäten zügig durchzuführen, verteilen die Flugbegleiter bereits im Flugzeug ein Formblatt, was ihr mit Name, Geburtsdatum, Reisepassnummer usw. ausfüllen müsst. Dies wird dann bei der Kontrolle mit dem Reisepass zusammen vorgelegt. Eigentlich hatte ich erwartet, dass sie die Fingerabdrücke zusätzlich nehmen, aber heute reicht ein Foto aus.

Erstaunlicherweise schnell und reibungslos bin ich durch die Kontrolle durch und muss nur noch meine Koffer holen. Auch das war geschafft. Geld wechseln und Sim-Karte organisieren. Raik macht sich auf dem Weg, um alles zu erledigen und gefühlte Stunden später war er mit namibianischen Dollar und zwei Sim-Karten (800MB + 30 Freiminuten etwa 195N$; Gültigkeit 2 Monate) wieder zurück. Unser Fahrer wartet bereits ganz geduldig auf uns und nun können wir unser Auto abholen. Auf der Fahrt bin ich total überrascht wie Grün die Landschaft ist. Damit hatte ich nicht gerechnet.

 

ÜBERNAHME UNSERES

NEUEN ZUHAUSES

 

30 Minuten später öffnet sich das Hoftor unserer Mietwagenfirma African Tracks und uns steht unser Zuhause für die nächsten 15 Tage gegenüber. Ein weißer Toyota Hilux mit Dachzelt als Doppelkabiner.

Devon-Lee begrüßt uns und wir gehen gemeinsam nochmals die Formalitäten durch. Führerschein, Kreditkarte, Pass, Reiseroute… Als das Alles durchgeprüft ist, können wir uns unserem Auto widmen. Devon-Lee erklärt uns wie der Kühlschrank funktioniert. Ich habe eine zusätzliche Batterie dazugebucht, weil es mir wichtig war, dass die Kühlfunktion nicht von der Autobatterie abhängig ist. Außerdem wollte ich ein Anschlusskabel, dass wir unabhängig von der Batterie sind, wenn wir auf einen Campingplatz mit Stromanschluss stehen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich mir das hätte sparen können. Wir haben lediglich einmal das Kabel benutzt, weil entweder der Weg zu weit oder kein Strom vorhanden war.

Danach ging es an die Trockenübungen für´s Reifenwechseln, Reifen auf- und wieder abpumpen (ich habe einen Kompressor dazubestellt, da wir unabhängig von den Tankstellen sein wollten) und kurze Einweisung in die Campingausrüstung. Zu guter Letzt dürfen wir nun unser Zelt aufklappen, funktionsfähig vorbereiten und wieder zusammenbauen. 

Beim Verstauen der Kisten, ist mir dann gleich zu Anfang unserer Reise ein Missgeschick passiert. Der komplette obere Bereich der Heckklappe ist scharfkantig und so habe ich mir mal auf die schnelle beim Aussteigen den Rücken aufgeschürft. Sofort wurde es feucht und warm auf meinen Rücken. Es blutete munter vor sich hin. Nachdem mich Raik “verarztet” hat, kann die Fahrt nun endlich losgehen.

 

VERPFLEGUNG WIRD

AUCH NOCH BENÖTIGT

 

Wir arbeiten uns durch den Verkehr Windhoek´s und wollen Richtung Superspar, Lebensmittel organisieren. Dort angekommen beschließen wir doch gemeinsam die Einkaufsliste abzuarbeiten. Der Security-Mann macht einen zuverlässigen Eindruck und so haben wir jemanden, der unser Auto bewacht. Gegen Bezahlung/Trinkgeld selbstverständlich (etwa 2N$-5N$).

Auf dem Weg in den Supermarkt entdecken wir ein kleines Café. Da unser Magen schon knurrt – es ist mittlerweile bereits halb elf und Frühstück gab es kurz vor Fünf – beschließen wir einen kleinen Abstecher zu machen.

Es ist 12:00 Uhr, die Einkäufe sind verstaut und nun kann unser Abenteuer beginnen. Unser erstes Ziel wird in 260 Kilometer Entfernung liegen.

 

ÜBER TEER- UND

SCHOTTERSTRAßEN

 

Wir verlassen Windhoek auf einer Teerstraße und legen in Rehoboth eine kleine Pippipause ein. Die haben wir auch nötig, denn gleich wird die Schauckelei beginnen. Es werden 160 Kilometer Schotterpiste (Gravelroad) folgen. So lassen wir unseren Reifendruck ab und werden die ersten Kilometer kräftig durchgeschüttelt.

Als ich mich ans Fahren gewöhnt habe, kann ich mich nun dem “Landschaft genießen” widmen. Die ersten Kühe und Pferde begrüßen uns am Wegesrand. Wir überqueren den Spreetshoogte Pass und lassen uns im Schiebebetrieb des Fahrzeug die kurvige Straße nach unten treiben.

Immer mehr Tiere zeigen sich uns. Oryx, Zebra und Co. stehen an der Straße und lassen sich kaum von uns beirren. Jedes einzelne, noch so weit entfernte Lebewesen, feiern wir als kämen sie von einem anderen Planeten. 

 

ANKUNFT IN UNSERER

ERSTEN BLEIBE

 

Wir legen hier und da einen kurzen Stop zum Fotografieren oder Landschaft genießen ein und treffen dann gegen 17:15 Uhr in unserer ersten Unterkunft ein.

 

Die *Solitaire Country Lodge liegt an einer Kreuzung und ist berühmt für seinen Apfelkuchen. Außer dieser Lodge, einer Tankstelle und dem Bäcker gibt es dort überhaupt nichts. Es ist die Verbindungsstelle von Nord nach Ost – zum Namib Nationalpark.

Der Oldtimer-Friedhof, der sich im Laufe der Jahre angesammelt hat,  muss immer mal wieder zum Fotografieren herhalten. So ist dies für fast alle Touristen eine Anlaufstelle, wenn auch nur für einen kurzen Tank- oder Raststop. 

Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, erkunde ich die kleine Anlage und entdecke die ersten Erdmännchen, die die Tunnel unter Erde erobert haben.

 

DER HIMMEL LÄSST

UNS AUS DEM STAUNEN

NICHT RAUSKOMMEN

 

Nach einer wohltuenden Dusche und einem ersten Farbspiel zum Sonnenuntergang, geht´s zum Abendessen. Gezielt wählen wir einen Sitzplatz im Außenbereich. Zur einen Seite beobachten wir noch die Farben, die sich am Horizont zeigen und zur Anderen bleibt uns die Spucke weg, als wir die ersten Sterne am Himmel sehen. So etwas habe ich zuvor noch nie gesehen. Bereits auf den Malediven war ich total perplex, aber das hier topt alles. Durch die nicht vorhandene Lichtverschmutzung, hat man das Gefühl, dass das Schwarz des Himmel durch jeden einzelnen Leuchtkörper völlig überstrahlt wird.

Noch etwas Reisetagebuch geschrieben – muss schließlich alles festgehalten werden!

 

DER AUSLÖSEFINGER

JUCKT

 

Nach dem Essen und dem ersten Bier beschließen wir, unser Glück zu versuchen und die Oldtimer mit Sternenhimmel und der bereits jetzt gut sichtbaren Milchstraße, zu fotografieren. Aus dem Augenwinkel erkenne ich einen Schatten, der auf mich zukommt. Mein Herz schlägt höher. Da ich gerade belichte, kann ich die Stirnlampe nicht anschalten. Ein kurzes Miau gibt mir Entwarnung. Es ist nur die total verschmuste Hauskatze.

Es hätte so schön werden können, doch leider habe ich das Bild etwas versemmelt

Völlig erschöpft und überglücklich fallen wir in unser Bett und freuen uns auf das was kommen mag.

 

Gesamte Fahrdauer: 5h15m

Gesamte Kilometer: 268km

Tiersichtungen: 6 Zebras, viele Kuhherden, 2 Oryx, etliche Ziegen und Springböcke

 



Warst du auch schon einmal in Namibia? Wo hast du eingekauft oder übernachtet? Schreib mir es mir in die Kommentare!


Bist du auch totaler Namibia-Fan oder willst dort hinreisen und dir fehlen noch Informationen? Dann schaue mal hier nach:

 

8 Replies to “Tag 1 – von Windhoek nach Solitaire”

  1. Hallo, deine Reisebeschreibung klingt sehr schön, besonders weil ich auch gerade erst dort war. Respekt, dass ihr am ersten Tag noch diese Strecke gefahren seid. Ich würde das noch einem Nachtflug nicht mehr machen.
    Bin sehr gespannt wie es weiter geht.
    Liebe Grüße, helen

    1. Hallo Helen,

      wenn wir eines an unserer Reise anders gemacht hätten, dann wäre es das Thema Zeit. So wären wir dann bei deinem Einwand. Wahrscheinlich würde ich das nächste Mal tatsächlich eine Nacht in Windhoek bleiben. Das Autofahren hat uns überhaupt nicht gestört; ist ja irgendwie wie Fernseh schauen. Allerdings hätte ich mir die Stadt gerne angeschaut und mehr Zeit im Supermarkt gehabt. Ich liebe es in fernen Ländern durch den Markt zu schlendern und die fremden Eindrücke/Lebensmittel “aufzusaugen”.
      Hast du auch in Solitaire übernachtet?

      Liebe Grüße, Evelyn

      1. Hallo Evelyn,
        Wir sind dieses Mal von Swakopmund aus an Solitaire vorbei gefahren und haben auf der Lodge Weltevrede übernachtet, das ist ein paar Kilometer südlich von Solitaire.
        Liebe Grüße, helen

  2. Hallo ihr Lieben. Danke für die Nachricht und euer Feedback. Freut uns mega, dass euch unser Namibia eBook so gut geholfen hat und ihr eine wundervolle Zeit und Reise hattet. Namibia ist wirklich unfassbar schön! Ganz liebe Grüße und weiterhin SAFE TRAVELS, Daniel und Jessi

  3. Solitaire bei Nacht sieht toll aus. Da waren wir nur tagsüber kurz in der Bäckerei und ein paar Fotos machen.
    Ihr wart nur kurz nach uns in Namibia. Hat euch das Land auch so begeistert und gefesselt?

    Liebe Grüße
    DieReiseEule Liane

    1. Hallo Liane,

      wir waren vom 10.04-25.04. vor Ort.
      Rings um Solitaire ist so rein gar nichts. Somit war der Sternenhimmel am ersten Abend etwas Grandioses. Aber der Apfelkuchen
      kann auch was;)
      Uns hat Namibia mehr als begeistert. Bereits in den letzten Tagen unseres Aufenthalts stand fest, dass wir nächstes Jahr wiederkommen müssen. Vor meinem Urlaub hätte ich niemals gedacht, dass mich Afrika so in seinen Bann zieht.
      Der Traum der großen Afrika-Reise wächst immer mehr.

      Sonnige Grüße
      Ewvi

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