Tag 6 – von Hauchabfontein nach Swakopmund

Tag 6 – von Hauchabfontein nach Swakopmund

ABWECHSLUNGSREICHE LANDSCHAFTEN UND

UNENDLICHE WEITE


Während ich am Frühstück zubereiten bin, schleicht sich ein Perlhuhn an und beäugt mich aufmerksam. Vielleicht fallen ja ein paar Haferflocken ab. Raik ist schon seit einer halben Stunde weg – fotografieren.

Wenn ich mir so den Sonnenstand anschaue, wird das noch dauern. Das viele Fotografieren der letzten Tage, hat mich etwas fotomüde gemacht. Aber das passt schon. Kurzerhand beschließe ich – ich scheine wohl noch genügend Zeit zu haben – Porridge mit Äpfeln zu kochen. Das duftet…

Frühstück Hauchabfontein

Physalis Marmelade, Cape Gooseberry
sehr leckere Marmelade

LOS GEHT ES RICHTUNG KÜSTE

 

Da wir heute eine sehr lange Strecke vor uns haben, beschließen wir nicht lange zu trödeln und schnell den Abgang zu machen. Es ist gegen 9:00 Uhr und wir sitzen, nach Koffern verstauen, Zelt packen und Auto auskehren, hinterm Lenkrad und es kann losgehen.

Hauchabfontein

Der Farmer hat uns gestern den Tip gegeben über Büllspot und Solitaire nach Swakopmund zu fahren. Doch was uns auf dieser kurzen Anfangsstrecke erwartet, damit hätten wir nicht gerechnet. Bereits nach kurzer Fahrt, kriege ich das Gefühl nicht los, in Asien zu sein. Überall um uns herum ist es grün. Sattes, saftiges Grün! Rechts und links der Strecke werden die Berge schroffer und es fängt leicht an zu tröpfeln.

Büllspot

Immer wieder haben wir die letzten Tag aus der Ferne Gewitter gesehen. Hier muss es auf jeden Fall die letzten Tag sehr stark geregnet haben. Große Pfützen stehen auf der Straße und es hängt dichter Nebel in den Bergen – total spooky.

Büllspot, Naukluft Berge

Bullsport, Naukluft Berge

Bullsport

 

ENDLICH WIEDER STROM

 

Gerade eben sind wir in Solitaire angekommen. Kurz vor halb Zwölf, da kann man sich schon mal ein zweites Frühstück bzw. vorgezogenes Mittagessen gönnen. Wir lassen uns einen Blaubeer-Strudel und eine Quiche mit irgendeinem Fleisch geben und trinken dazu Cappuccino. Dazu packen wir noch Apple-Pie und Schoko-Muffin für unseren Nachmittagssnack ein.

Während ich meine Bestellung aufgeben und ich die “Faszination Langsamkeit” beobachte, springt Raik schnell an der Rezeption der Solitaire Lodge vorbei. Gleich am ersten Tag hat er unseren Adapter im Zimmer stecken lassen. Freudestrahlend kommt er zurück und präsentiert mir das gute Stück. Es steckte noch immer an der gleichen Stelle. Puh, das ging ja nochmals gut. Auf Dauer wäre das Laden all unserer Geräte im Auto nicht möglich gewesen.

C 14 nach Swakopmund

 

SÜDLICHER WENDEKREIS

 

50 Kilometer später – eine ewig gerade Strecke – wären wir beinahe am Punkt des südlichen Wendekreis vorbeigefahren. Weit und Breit nichts außer diesem Schild.

Tropic of Capricorn

Der Wendekreis des Steinbocks läuft auch durch die afrikanischen Länder Botswana, Südafrika, Mosambik und Madagaskar. Außerdem durch den Indischen Ozean, Australien, den Pazifik, Südamerika und den Südatlantik.

 

KUISEB PASS

 

Diese ganze Autofahrerei und Aufsaugen der vielen Eindrücke der unterschiedlichsten Landschaften, macht echt müde. Ich genehmige mir eine kleine Auszeit, während uns Raik sicher Richtung Ziel fährt.

Wir überqueren den Kuiseb Pass. Es folgen Straßenabschnitte, bei denen ich mir nicht vorstellen kann, wie Auto der Kleinklasse oder ein vollbepacktes Campingmobil überhaupt hochgelangen. Bereits unser 4×4 benötigt einen niedrigen Gang und jagt die Drehzahl kräftig hoch.

Kuiseb Canyon

Kuiseb Canyon

 

 

IMMER DER NASE

NACH

 

Eben noch kamen wir aus dem Staunen der spektakulären Landschaft nicht raus, so wartet nun gefühlte 100 Kilometer kerzengerade Schotterpiste auf uns. Rechts und links der Strecke platte Wüstenlandschaft.

Am Horizont ist ein Punkt sichtbar, den wir als Ende der Strecke identifizieren. Nicht mehr lange, wir sind bald da. Dachten wir. Eine Stunden später ist der Punkt noch immer da, aber wir noch lange nicht.

 

SIE HABEN IHR ZIEL ERREICHT

 

Zivilisation – wir durchqueren Walvis Bay. Nun ist es wirklich nicht mehr weit.

In Swakopmund angekommen, empfängt uns das Wetter mit strahlendem Sonnenschein. Sollte es hier eigentlich nicht ständig diesig sein? Mal wieder überrascht uns Namibia.

Swakopmund

Ein schweres Rolltor öffnet sich und wir dürfen auf den Parkplatz des Guesthouses Sea Breeze fahren. Ona, die gute Seele des Hauses, nimmt uns in Empfang. Es ist Sonntag – also der “Hund begraben”. Kurzerhand beschließen wir, nachdem uns Ona empfohlen hat einen Tisch über sie reservieren zu lassen, in “The Wreck” zu gehen. Die Speisekarte liest sich gut und die Preise scheinen uns auch in Ordnung.

Wir erfahren, dass es heute Morgen noch geregnet und niemand damit gerechnet hat, dass der Tag noch so schön wird. Der Wettergott scheint mit uns zu Reisen.

 

MODERN UND WUNDERSCHÖN

 

Wir laden unser Auto aus und freuen uns, es uns die nächsten beiden Tage in einem Bett gemütlich zu machen. Aber vorher muss Wäsche gewaschen werden. Ich Nachinein keine gute Idee. Durch die kalten Nächte, wollte unsere Wäsche einfach nicht trocknen.

Sea Breeze Swakopmund

Sea Breeze Swakopmund

Wäsche waschen und trocknen

ZWISCHEN DER

HIGH SOCIETY SWAKOPMUND´S

 

Es ist kurz vor Sieben. Wir sind frisch geduscht und haben unsere schönste “Ausgehkleidung” an. Mittlerweile ist es kühl geworden. The Wreck liegt am Hafen und hat die Form eines Schiffbugs. Zwanzig Minuten Fußweg später, treffen wir viel zu früh am Restaurant ein. Wir drücken uns noch etwas am Strand rum, aber es ist einfach zu kalt.

Swakopmund The Wreck

Bereits von Außen erahne ich, was mich erwartet. Der Kellner begleitet uns im Aufzug nach oben und bringt uns an unseren Tisch. Mir ist etwas unwohl. Meine besten “Ausgehklamotten” bestehen aus einer langen, zerknitterten Stoffhose in Olive. Dazu ein langärmeliges weißes Shirt und Sportschuhe. Eigentlich hatte ich schöne Sandalen dabei, aber das war mir viel zu kalt. Also ertrage ich die Blicke in meinem Nacken.

Den Altersdurchschnitt reißen wir wohl kräftig nach unten. Vermutlich ist das das Stammlokal vieler wohlhabender Swakopmunder und einiger Reisegesellschaften.

Wir haben absolut köstlich gegessen. Bilder kann ich heute keine zeigen – das habe ich mich nicht getraut.

Raik hatte eine Fischsuppe zur Vorspeise und einen Bier-Butter-Fisch als Hauptgang. Ich habe mir Lammcurry mit Raita und gebackener Banane bestellt. Als Abschluss und zur Krönung: Dunkle Rum-Schoko Mousse und gefüllte Teigtaschen.

Alles in Allem haben wir mit Trinkgeld, einer Flasche Wein und Wasser 700 N$ bezahlt. Ein absolut fairer Kurs, wenn ich überlege, dass mich das Buffet in der Solitaire Lodge mit Getränken (Bier und Softdrinks) 560 N$ gekostet hat.

 

ZU FUß IM DUNKELN 

ZURÜCK ZUM HOTEL

 

Nun ist es endgültig dunkel und die Straße wie leergefegt. Wir haben den gleichen Fußmarsch zurück vor uns. Auf dem Hinweg ist mir eine Eingangstür mit einem heftigen Einschussloch aufgefallen. Langsam überkommt mich die Sorge, dass es keine gute Idee war, zu Fuß unterwegs zu sein.

Ohne Vorkommnisse – aber einer hektisch mit dem Kopf um sich werfende Evelyn – kommen wir wieder am Hotel an und fallen müde ins Bett.

 



Hast du Restauranttipps für mich? Wie hast du dich im Dunkeln in Swakopmund verhalten? Schreibe mir doch ein Kommentar!


Hier kannst du die Reise verfolgen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

acht − 1 =

1 + 4 =