Auf ins Damarland – Tag 6

Auf ins Damarland – Tag 6

UND WIEDER BETRETEN WIR EINE NEUE WELT


Puh, was ein beißender Geruch. Ok, eigentlich habe ich es mir schlimmer vorgestellt. Nach wenigen Minuten habe ich mich sogar daran gewöhnt. Ich verstehe nur nicht wieso mir alle mit Gesichtsvermummung entgegenkommen. Du fragst dich wovon ich gerade erzähle? Wir sind soeben am Cape Cross angekommen. Dies liegt eineinhalb Stunden nördlich von Swakopmund und beherbergt eine Robbenkolonie mit etwa 80 000 – 100 000 Tieren.

 

Start in den Tag

 

Aber beginnen wir erst einmal von vorne. Nachdem wir heute Morgen recht früh losgefahren sind und uns noch bei Raith´s Backstube mit leckeren Teilchen eingedeckt haben, ging es Richtung Henties Bay, um ein Schiffswrack zu suchen. Genau genommen müssen wir es nicht mehr suchen, denn es soll bereits von der Straße aus sichtbar sein. Zeila – so der Name des Trawlers – lief am 25.08.2008 auf Grund. Wir nutzen die Stelle, um einige Fotos zu machen. Zu Anfang nicht ganz so einfach, weil sich sehr viele Bettler aufhalten und die Gunst der Stunde nutzen, ein paar Euro mit Edelsteinverkauf zu verdienen. Doch wir hatten Glück und sie ließen uns recht schnell in Ruhe.

 

 

Ob sich der Umweg lohnt?

 

Unser Weg führt uns heute eigentlich in eine ganz andere Richtung. Da ich bereits letztes Jahr zu den Robben wollte, konnte mir Raik den Wunsch dieses Jahr nicht abschlagen. Von Swakopmund bis Henties Bay ist die Strecke geteert. Erst danach wechselt die Fahrbahn in eine sandlastige Schotterpiste. Sie lässt sich trotzdem recht gut befahren. Die Eintrittspreise liegen bei 80 N$ pro Person und 10 N$ fürs Fahrzeug. Vom Wärterhäuschen bis zur eigentlichen Kolonie ist nochmals eine kurze Autofahrt notwendig. Du kannst das auch laufen; aber es zieht sich. Auf dem eigentlichen Parkplatz angekommen sind wir überwältigt von der Mengen an Robben.

 

 

Der Aufenthalt dauert länger als geplant

 

Für einen kurzen Moment stockte uns der Atem. Aber wir gewöhnen uns recht schnell und werden auch schon von den ersten in der Sonne liegenden Robben in Empfang genommen. Ich bleibe auf Abstand. Ganz so vertrauenserweckend sehen sie nicht gerade aus. Wir folgen dem Steg, der sich über das Gelände schlängelt und fotografieren drauf los. Hier und da ist lautes Gebrüll der Erwachsenen, aber auch leise Töne der Kleinen sind zu hören. Entzückend. Wir vergessen völlig die Zeit und unser Aufenthalt dauert dann doch länger als geplant. Zurück im Auto merken wir die Duftwolke, die wir hinter uns herziehen.

 

 

Eine schier endlose Strecke

 

Da noch eine lange Fahrt vor uns liegt, müssen wir aber nun auch endlich los. Es geht noch ein Stück zurück Richtung Henties Bay und dann nehmen wir die Abzweigung C 35 Richtung Brandberg. Die Landschaft ändert sich mal wieder und zeigt sich nun von einer völlig neuen Seite. Umso länger wir unterwegs sind, umso besser gefällt mir diese Gegend. Jedoch muss ich gestehen, dass die vielen Hinterlassenschaften unser großen, grauen Riesen, mir ein wenig Angst machen. Die Wege sind schmal, die Löcher darin tief und rückwärtsfahren, um den Elefanten auszuweichen, kaum machbar. Gegen 16:00 Uhr kommen wir in Uis an. Zivilisation. Erst bekommt unser Auto was zu trinken, anschließend sind wir froh mal was zu Knabbern zu bekommen. Das Brandberg Restcamp scheint eine schnuckelige Anlage mit kleinen Pool zu sein. Hier könnte ich mir auch vorstellen zu wohnen, um die Tagesetappe kürzer zu wählen. 

 

Endspurt – die Zeit drängt

 

Jetzt aber los! Da wir die Strecke nicht einschätzen können und sich die letzten 100km die Wegebeschaffenheit ständig verändert hat, brauchen wir etwas Puffer. Im Dunkeln möchte ich kein Auto mehr fahren. Außerdem erwartet uns – so glauben wir – eine wunderschöne Campsite, die noch erkundet werden will. Um 17:30 Uhr erreichen wir dann auch endlich unser Ziel – das Madisa Camp. Vom ersten Moment an, als wir die Rezeption betreten, hat uns diese Anlage völlig in den Bann gezogen. Eine Bar, die an die Felsformationen angepasst ist, supernette Betreiber, ein erfrischender Pool und die Hoffnung, heute Abend noch Wüstenelefanten zu sehen.

 

Die Sonne droht zu fliehen

 

Eine rotbraune Sandlandschaft mit Sträuchern bewachsen und große Hinkelsteine, stehen für das Damaraland. Diese Landschaft müssen wir einfach mit unserer Kamera festhalten. Also schnell das Auto geparkt, Tisch und Stühle raus und ab geht es wieder Richtung Pool. Wir kraxeln die Felsen hoch zum Aussichtspunkt und suchen uns einen geeigneten Platz, um die Farbenvielfalt zu bestaunen. Dieser Blick in die Weite und mit dieser Stille gepaart, ist so hammerhart. Man kann es nicht beschreiben – man muss Namibia erleben! Es herrscht absolute Ruhe und nur vereinzelt sind Klippschliefer zu hören.

 

Viel zu wenig Zeit

 

In diesem Moment bereue ich, dass uns viel zu wenig Zeit auf dieser Campsite bleibt. Die Anlage liegt Mitten im Nirgendwo und genau diese Ruhe hat etwas Magisches. Wir genießen den Moment und lassen den Abend mit Stirnlampe am Campingtisch ausklingen.

Raik ist geschafft von der langen Autofahrt


Welche Region in Namibia gefällt dir am Besten? Wo sollen wir das nächste Mal hinfahren?


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